Der TMSnat ersetzt ab dem Frühjahr 2027 den bisherigen TMS und führt ihn mit dem HAM-Nat zusammen. Nicht alles wird dabei neu: Fünf der bewährten Untertests wandern unverändert in den neuen Test – darunter Fakten lernen. Dieser Gedächtnistest prüft, wie schnell und zuverlässig Du Dir eine größere Menge an Informationen einprägen und sie später wieder abrufen kannst. Die gute Nachricht: Kaum ein anderer Untertest lässt sich mit der richtigen Technik so gezielt trainieren. In diesem Artikel erfährst Du, wie der Test abläuft, wie eine Aufgabe aussieht und mit welchen Strategien Du hier punktest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fakten lernen ist einer der fünf Untertests, die unverändert aus dem TMS in den TMSnat übernommen werden.
  • Der Test besteht aus zwei Teilen: einer Lernphase (Einprägen) und einer Abrufphase (Reproduzieren), die zeitlich auseinanderliegen.
  • Im TMS bekommst Du 15 Fallbeschreibungen und hast 6 Minuten zum Einprägen; die spätere Abrufphase umfasst 20 Aufgaben in 7 Minuten.
  • Notizen sind nicht erlaubt – Du musst Dir alles rein im Kopf merken.
  • Mit Merktechniken wie Kategorisieren, Eselsbrücken und der Loci-Methode steigerst Du Deine Merkleistung deutlich.

Was geprüft wird

Beim Fakten lernen geht es nicht um Fachwissen, sondern um Deine Merkfähigkeit unter Zeitdruck. Du bekommst eine Reihe von kurzen Fallbeschreibungen – im TMS sind das fiktive Personen mit mehreren Merkmalen. Zu jeder Person erfährst Du typischerweise den Namen, die Altersgruppe, Beruf und Geschlecht, ein weiteres Beschreibungsmerkmal (zum Beispiel den Familienstand) sowie eine Diagnose.

Die Kunst liegt darin, dass sich einzelne Merkmale zwischen den Personen wiederholen: Zwei Personen können dieselbe Diagnose haben, mehrere denselben Beruf. Genau das macht das reine Auswendiglernen so tückisch – und belohnt clevere Ordnungssysteme. Geprüft wird also, wie gut Du viele einzelne Fakten strukturiert im Kopf ablegst und die richtige Verknüpfung später wiederfindest.

Format im TMSnat: Lernphase und Abrufphase

Der Untertest ist bewusst in zwei getrennte Phasen aufgeteilt, zwischen denen andere Aufgaben liegen:

  1. Lernphase (Einprägephase): Zu Beginn bekommst Du alle Fallbeschreibungen auf einmal und prägst sie Dir innerhalb der vorgegebenen Zeit ein. Im klassischen TMS sind das 15 Fallbeschreibungen in 6 Minuten.
  2. Andere Untertests dazwischen: Nach der Lernphase bearbeitest Du zunächst völlig andere Aufgaben. Dieser zeitliche Abstand ist Teil des Tests – er prüft, wie stabil Deine Erinnerung ist.
  3. Abrufphase (Reproduktionsphase): Erst später folgen die eigentlichen Fragen zu den Personen. Im TMS sind das 20 Aufgaben in 7 Minuten im Multiple-Choice-Format.

Da der TMSnat den Untertest unverändert übernimmt, gilt dieser Ablauf als Grundlage. Die verbindlichen Zahlen für den TMSnat legt das amtliche Portal fest – bis zur ersten Durchführung sind einzelne Angaben noch vorläufig.

Aufgabentyp erklärt – ein Beispiel

Damit Du eine Vorstellung bekommst, hier ein selbst konstruiertes, vereinfachtes Beispiel (nicht aus dem Test). Angenommen, in der Lernphase liest Du unter anderem:

Anna Berger, 34, Lehrerin, verheiratet, Diagnose: Migräne.

In der Abrufphase könnte dann eine Frage so aussehen:

Die Person mit der Diagnose Migräne ist von Beruf … (A) Ärztin (B) Lehrerin (C) Krankenpflegerin (D) Studentin (E) Rentnerin

Richtig wäre hier (B) Lehrerin. Die Fragen greifen also einzelne Merkmale heraus und lassen Dich die passende Verknüpfung wiederfinden – mal wird nach dem Beruf gefragt, mal nach dem Alter, mal nach dem Namen zu einer Diagnose. Wer die Personen nur als lose Faktensammlung gelernt hat, gerät hier schnell ins Wanken. Wer sie zu lebendigen Figuren verknüpft hat, ruft die Antwort mühelos ab.

Strategie: So prägst Du Dir Fakten ein

Der Schlüssel ist, aus trockenen Daten Bilder und Verknüpfungen zu machen. Bewährt haben sich vor allem:

  • Kategorisieren und gruppieren. Die Fälle sind im TMS in fünf Gruppen angeordnet, die sich durch Ähnlichkeiten in Namen, Alter oder Beruf auszeichnen. Verschaffe Dir zuerst einen Überblick und ordne die Personen in solche Cluster – so merkst Du Dir Muster statt Einzelfakten.
  • Geschichten und Eselsbrücken bauen. Verbinde die Merkmale einer Person zu einer kleinen, möglichst absurden Szene. Je bildhafter und ungewöhnlicher, desto besser bleibt sie hängen.
  • Die Loci-Methode nutzen. Platziere jede Person gedanklich an einem festen Ort entlang eines vertrauten Weges (Deine Wohnung, Dein Schulweg). Beim Abrufen gehst Du den Weg im Kopf ab und “triffst” die Personen wieder.
  • Auffällige Merkmale zuerst. Nutze Namen, die zum Beruf passen, oder ungewöhnliche Kombinationen als Anker. Ein Bild pro Person schlägt fünf isolierte Stichworte.

Typische Fehler

  • Stumpfes Wiederholen statt Verknüpfen. Wer die Fakten nur innerlich vorbetet, verliert sie in der Abrufphase. Merktechniken sind kein Luxus, sondern Pflicht.
  • Zeit falsch einteilen. Manche verlieren sich in den ersten Fällen und schaffen die letzten nicht mehr. Teile Dir die Lernzeit bewusst auf alle Fallbeschreibungen auf.
  • Wiederholte Merkmale ignorieren. Gerade die doppelt vorkommenden Diagnosen oder Berufe sind die klassischen Fallen. Achte gezielt darauf, wer was gemeinsam hat.
  • Panik beim zeitlichen Abstand. Dass zwischen Lern- und Abrufphase andere Aufgaben liegen, verunsichert viele. Vertraue Deinem System – ein sauber verankertes Bild übersteht die Pause.

So bereitest Du Dich vor

Fakten lernen ist ein Trainingsuntertest par excellence: Deine Merkleistung wächst mit Übung spürbar.

  1. Merktechnik auswählen und üben. Entscheide Dich früh für ein System (Loci, Geschichten, Kategorien) und wende es konsequent an, bis es automatisch läuft.
  2. Unter realen Bedingungen trainieren. Übe mit Zeitlimit und ohne Notizen, um den echten Druck abzubilden.
  3. Den Abstand simulieren. Präge Dir einen Satz Fälle ein, mache etwas anderes und prüfe Dich erst nach einigen Minuten – so trainierst Du genau das, was der Test verlangt.
  4. Regelmäßig statt selten. Kurze, häufige Einheiten bauen Merkfähigkeit besser auf als seltene Marathon-Sessions. Die Prinzipien dahinter erklären wir im Ratgeber zum Spaced-Repetition-Lernen.

Im TMS-Live-Onlinekurs trainierst Du Fakten lernen mit echten Aufgaben und erprobten Merkstrategien – genau übertragbar auf den TMSnat.

Einordnung: vom TMS zum TMSnat

Fakten lernen gehört zu den fünf Untertests, die der TMSnat unverändert übernimmt. Für Dich bedeutet das: Jede Stunde, die Du in diesen Teil investierst, zahlt in beiden Tests voll ein. Während der TMSnat an anderer Stelle stärker auf Naturwissenschaften und Rechnen setzt, bleibt der Gedächtnisteil identisch – bewährtes Übungsmaterial aus dem TMS-Umfeld behält hier seinen vollen Wert. Welche Untertests bleiben, wegfallen und neu dazukommen, liest Du im Vergleich TMS vs. TMSnat. Einen Überblick über den gesamten neuen Testaufbau findest Du auf unserer TMSnat-Übersichtsseite.


Stand: Juli 2026. Die offiziellen Angaben und die verbindliche Aufgabenstruktur veröffentlicht das amtliche Portal tms-info.org. Der Untertest Fakten lernen wird aus dem TMS übernommen; einzelne Angaben zum TMSnat sind noch vorläufig und können sich bis zur ersten Durchführung ändern – wir aktualisieren diesen Artikel entsprechend.