Medizin ist ein anspruchsvolles Studium – und viele fragen sich schon vor dem ersten Semester, ob sich der lange Weg auch finanziell lohnt. Die kurze Antwort: Ärztinnen und Ärzte gehören in Deutschland zu den gut verdienenden Berufsgruppen, und das Gehalt steigt mit jeder Karrierestufe spürbar an. Dieser Überblick zeigt Dir grobe Richtwerte vom Assistenzarzt bis zum Chefarzt und erklärt, welche Faktoren am Ende über Dein Gehalt entscheiden. Alle Zahlen verstehst Du bitte als Orientierung, nicht als exakte Beträge – die verbindlichen Werte stehen in den jeweiligen Tarifverträgen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Arztgehalt steigt in klaren Stufen: Assistenzarzt → Facharzt → Oberarzt → Chefarzt.
  • An kommunalen Kliniken regelt ein Tarifvertrag die Gehälter transparent nach Berufserfahrung.
  • Schon der Einstieg als Assistenzarzt liegt deutlich über dem Durchschnittseinkommen vieler anderer Berufe.
  • Wie viel Du am Ende verdienst, hängt von Tarif, Klinik oder Niederlassung, Fachrichtung und Region ab.
  • Alle folgenden Zahlen sind grobe Richtwerte und schwanken je nach Tarif und Jahr.

Assistenzarzt: der Einstieg

Nach dem Studium und der Approbation startest Du als Assistenzarzt in die Weiterbildung zum Facharzt. An kommunalen Krankenhäusern richtet sich Dein Gehalt nach dem Tarifvertrag und steigt mit den Berufsjahren automatisch an. Grob liegt das Einstiegsgehalt je nach Tarif und Jahr bei rund 5.500 € brutto im Monat, im Verlauf der Assistenzarztzeit wächst es auf etwa 6.500 bis 6.900 € brutto an.

Dazu kommen häufig Zuschläge für Bereitschaftsdienste, Nacht- und Wochenendarbeit, die das tatsächliche Einkommen noch erhöhen. Schon zum Einstieg verdienst Du damit deutlich mehr als in vielen anderen akademischen Berufen – der lange Ausbildungsweg zahlt sich also früh aus.

Facharzt: nach der Weiterbildung

Hast Du Deine mehrjährige Weiterbildung abgeschlossen und die Facharztprüfung bestanden, steigst Du in die nächste Gehaltsstufe auf. Als Facharzt liegst Du je nach Tarif und Jahr grob bei rund 7.400 € brutto im Monat zu Beginn und arbeitest Dich mit weiterer Erfahrung in Richtung 9.000 bis 9.500 € brutto vor.

Der Sprung vom Assistenz- zum Facharzt ist einer der deutlichsten in der ärztlichen Laufbahn. Ab hier beginnen sich die Wege auch stärker zu verzweigen: Manche bleiben in der Klinik, andere lassen sich in einer eigenen Praxis nieder oder wechseln in Forschung und Lehre – mit jeweils sehr unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten.

Oberarzt und Chefarzt: die Führungsebene

Als Oberarzt übernimmst Du Führungsverantwortung für einen Bereich Deiner Abteilung. Das Gehalt liegt je nach Tarif und Jahr grob bei rund 8.800 € brutto im Monat aufwärts und steigt mit Erfahrung und Zusatzverantwortung weiter an. Leitende Oberärzte verdienen noch einmal mehr.

Ganz oben steht der Chefarzt, der eine ganze Abteilung leitet. Hier greift meist kein einheitlicher Tarif mehr: Chefarztgehälter werden individuell verhandelt und hängen von Klinikgröße, Fachgebiet, Verantwortung und möglichen Zusatzeinnahmen ab. Die Spanne ist entsprechend breit und reicht in der Regel bis in den sechsstelligen Jahresbereich. Konkrete Zahlen lassen sich hier seriös nur im Einzelfall nennen.

Was Dein Gehalt beeinflusst

Die Gehaltsstufe ist nur ein Teil der Geschichte. Ob Du am oberen oder unteren Ende einer Spanne landest, entscheiden vor allem diese Faktoren:

  • Tarifvertrag: An kommunalen, universitären und kirchlichen Kliniken gelten unterschiedliche Tarifverträge mit jeweils eigenen Tabellen. Private Klinikbetreiber können abweichen. Das erklärt einen Großteil der Unterschiede.
  • Klinik vs. Niederlassung: Im Krankenhaus ist das Gehalt tariflich klar geregelt. In der eigenen Praxis bist Du selbstständig – Dein Einkommen hängt dann von Umsatz, Kosten und Auslastung ab und schwankt stärker, nach oben wie nach unten.
  • Fachrichtung: Zwischen den Fachgebieten gibt es Unterschiede, besonders bei niedergelassenen Ärzten und in der Führungsebene. In der Klinik fallen sie auf den unteren Stufen geringer aus.
  • Region und Träger: Bundesland, Stadt oder Land und der konkrete Arbeitgeber wirken sich ebenfalls aus – teils über den Tarif, teils über Zulagen und den Umfang der Dienste.

Grobe Gehaltsspannen im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die Richtwerte zusammen. Es handelt sich um grobe Bruttomonatsgehälter an tariflich gebundenen Kliniken, ohne Dienstzuschläge – je nach Tarif und Jahr können die Werte abweichen.

KarrierestufeGrobe Gehaltsspanne (brutto/Monat)
Assistenzarztca. 5.500 – 6.900 €
Facharztca. 7.400 – 9.500 €
Oberarztca. 8.800 – 11.000 €
Chefarztindividuell verhandelt, meist deutlich höher

Wichtig: Diese Zahlen sind eine Momentaufnahme und dienen der Orientierung. Verbindlich sind stets die aktuellen Entgelttabellen des jeweiligen Tarifvertrags.

Der Weg dorthin beginnt mit dem Studienplatz

So attraktiv die Aussichten sind – vor dem ersten Gehalt steht der Medizinstudienplatz. Und der ist begehrt: Neben dem Abitur spielt der Medizinertest eine entscheidende Rolle bei der Studienplatzvergabe. Ein starkes Testergebnis kann Deine Chancen an vielen Universitäten deutlich verbessern.

Wenn Du in Deutschland studieren möchtest, ist der TMS der wichtigste Test. Planst Du ein Studium in Österreich, führt der Weg über den MedAT. Beide lassen sich gezielt vorbereiten – genau dabei unterstützt Dich unsere Kursreihe. Weitere Orientierung rund um Studienwahl und Vorbereitung findest Du in unserem Ratgeber.


Stand: Juli 2026. Die Zahlen sind grobe Richtwerte und schwanken je nach Tarifvertrag, Klinikträger, Region und Jahr. Die verbindlichen Entgelttabellen veröffentlicht der Marburger Bund.