Pharmazie gehört zu den beliebtesten naturwissenschaftlichen Studiengängen – und zu den am stärksten nachgefragten. Wie Human-, Zahn- und Tiermedizin ist Pharmazie bundesweit zulassungsbeschränkt, die Studienplätze werden zentral über hochschulstart.de vergeben. Wenn Du überlegst, Pharmazie zu studieren, solltest Du deshalb früh verstehen, wie die Zulassung funktioniert, welche Rolle Dein Abischnitt spielt und welche Wege es gibt, wenn der NC knapp wird. Dieser Ratgeber gibt Dir einen faktenbasierten Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
- Pharmazie ist bundesweit zulassungsbeschränkt; die Bewerbung läuft immer über hochschulstart.de.
- Die Plätze werden über drei Quoten vergeben: Abiturbestenquote, zusätzliche Eignungsquote und Auswahlverfahren der Hochschulen.
- Einen einheitlichen NC gibt es nicht – entscheidend ist die Bewerbungslage im jeweiligen Semester.
- Der PhaST (Studieneignungstest Pharmazie) kann an einzelnen Hochschulen berücksichtigt werden, ist aber kein Pflichttest.
- Bei knappem Schnitt gibt es realistische Alternativen und Wege, um trotzdem zum Ziel zu kommen.
Zulassung und NC: So werden die Plätze vergeben
Weil die Nachfrage nach Pharmazie das Angebot an Studienplätzen deutlich übersteigt, ist der Studiengang zulassungsbeschränkt. Deine Bewerbung reichst Du zentral über hochschulstart.de ein, nicht direkt bei der Hochschule. Die Vergabe erfolgt – wie in der Medizin – über drei Quoten:
- Abiturbestenquote: Hier zählt allein Dein Abiturschnitt, umgerechnet in landesspezifische Ranglisten. In dieser Quote sind die Anforderungen am höchsten.
- Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ): In dieser Quote werden schulnotenunabhängige Kriterien berücksichtigt – dazu können Eignungstests, Berufsausbildungen oder besondere Vorleistungen gehören.
- Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH): Jede Hochschule setzt hier eigene Kriterien fest. Neben der Abiturnote fließen häufig weitere Faktoren wie Testergebnisse oder relevante Vorerfahrungen ein.
Einen festen, bundesweit gültigen NC für Pharmazie gibt es nicht. Der zur Zulassung nötige Schnitt ergibt sich jedes Semester neu aus dem Verhältnis von Bewerbungen und verfügbaren Plätzen. In der Abiturbestenquote liegt er häufig im sehr guten Bereich, während die anderen beiden Quoten auch mit einem schwächeren Schnitt Chancen eröffnen. Genau deshalb lohnt es sich, alle drei Quoten strategisch mitzudenken und nicht nur auf die reine Abiturnote zu schauen.
Aufbau des Studiums: Von den Grundlagen bis zur Approbation
Das Pharmaziestudium ist bundesweit einheitlich durch die Approbationsordnung geregelt und in klare Abschnitte gegliedert. Insgesamt solltest Du rund fünf Jahre einplanen.
- Grundstudium (1.–4. Semester): Hier legst Du die naturwissenschaftliche Basis. Auf dem Programm stehen unter anderem allgemeine, anorganische und organische Chemie, Physik, Biologie sowie pharmazeutische Grundlagenfächer. Den Abschnitt beendest Du mit dem Ersten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung.
- Hauptstudium (5.–8. Semester): Jetzt wird es fachspezifisch: pharmazeutische Chemie, pharmazeutische Technologie, Pharmakologie und klinische Pharmazie stehen im Mittelpunkt. Am Ende steht der Zweite Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung.
- Praktisches Jahr (PJ): Nach dem Hauptstudium absolvierst Du ein zwölfmonatiges praktisches Jahr, davon mindestens sechs Monate in einer öffentlichen Apotheke. Der Rest kann etwa in der Industrie, in einer Krankenhausapotheke oder in der Forschung stattfinden.
- Dritter Abschnitt und Approbation: Zum Abschluss legst Du den Dritten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung ab. Danach kannst Du die Approbation als Apothekerin oder Apotheker beantragen – Deine staatliche Zulassung zum Beruf.
Mit der Approbation stehen Dir viele Wege offen: die öffentliche Apotheke, die pharmazeutische Industrie, Krankenhausapotheken, Forschung und Entwicklung oder Behörden.
Kein Testzwang – aber der PhaST kann helfen
Anders als bei der Medizin, wo der TMS eine große Rolle spielt, gibt es in der Pharmazie keinen bundesweit verpflichtenden Eignungstest. Für die Bewerbung über hochschulstart.de brauchst Du also nicht zwingend ein Testergebnis.
Es gibt aber den PhaST, den Studieneignungstest für das Pharmaziestudium. Er funktioniert vom Prinzip her ähnlich wie der TMS in der Medizin: Er prüft studienrelevante Fähigkeiten, und einzelne Hochschulen können ein gutes Ergebnis in ihren Auswahlverfahren positiv berücksichtigen. Weil der Test die Abiturnote ergänzt, kann er ein Baustein sein, um einen nicht ganz so starken Schnitt zumindest teilweise auszugleichen.
Ob und wie stark eine Hochschule den PhaST gewichtet, ist von Standort zu Standort unterschiedlich. Prüfe deshalb frühzeitig die Auswahlkriterien der Hochschulen, die für Dich infrage kommen, und plane einen möglichen Testtermin rechtzeitig ein. Wichtig zu wissen: Ein Testergebnis kann Deine Bewerbung nur verbessern – Minuspunkte gibt es dadurch nicht.
Alternativen bei knappem NC
Wenn Dein Abischnitt nicht sofort für einen Pharmazieplatz reicht, ist das kein Grund, das Ziel aufzugeben. Es gibt mehrere realistische Wege:
- Über die Eignungsquoten punkten: Statt allein auf die Abiturbestenquote zu setzen, kannst Du gezielt in ZEQ und AdH stärker werden – etwa durch ein gutes Testergebnis oder relevante Vorleistungen.
- Wartezeit sinnvoll nutzen: Eine vorgeschaltete Ausbildung, zum Beispiel als pharmazeutisch-technische Assistenz oder als Apothekenhelferin bzw. -helfer, verschafft Dir praktische Erfahrung und kann in einzelnen Auswahlverfahren berücksichtigt werden.
- Auf verwandte Studiengänge ausweichen: Fächer wie Pharmaceutical Sciences, Pharmazeutische Chemie, Biochemie oder Lebensmittelchemie sind teils leichter zugänglich und eröffnen ähnliche Berufsfelder – teils ist später ein Wechsel möglich.
- Naturwissenschaftliche Grundlagen stärken: Wer sein Abitur bereits hinter sich hat, kann die Zeit bis zur nächsten Bewerbung nutzen, um Chemie, Biologie, Physik und Mathematik gezielt aufzufrischen. Genau darauf zielt unser Vorsemester ab: Es baut die naturwissenschaftliche Basis auf, die Dir sowohl im Auswahlverfahren als auch später im Studium hilft.
Der wichtigste Grundsatz: Je früher Du Deine Strategie planst, desto mehr Stellschrauben hast Du. Ein knapper NC ist kein Ausschluss, sondern eine Aufgabe, die sich mit dem richtigen Plan lösen lässt.
Du willst wissen, welcher Weg zu Deiner Ausgangslage passt? In unserem Ratgeber findest Du weitere Artikel rund um Zulassung, Tests und Studienvorbereitung – und wenn Dich neben Pharmazie auch die Medizin interessiert, lohnt ein Blick auf unseren TMS-Kurs.
Stand: Juli 2026. Die verbindlichen Regeln zu Bewerbung, Fristen und Quoten veröffentlicht das offizielle Portal hochschulstart.de; einzelne Auswahlkriterien und NC-Werte können sich je Semester ändern.