Du möchtest Zähne behandeln, mit den Händen arbeiten und trotzdem tief in die Medizin einsteigen? Dann ist Zahnmedizin genau Dein Fach. Der Weg dorthin ähnelt der Humanmedizin stark: zentrale Vergabe, sehr hoher Numerus clausus und Auswahltests, die über Deinen Platz mitentscheiden. Dieser Ratgeber zeigt Dir, wie die Zulassung in Deutschland und Österreich funktioniert und wie Du Deine Chancen gezielt verbesserst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahnmedizin wird in Deutschland zentral über hochschulstart.de vergeben – im selben dialogorientierten Verfahren wie Humanmedizin.
  • Der NC ist sehr hoch: In der Abiturbestenquote landet er regelmäßig im Bereich von 1,0 bis 1,2.
  • Der TMS ist keine Pflicht, wird aber an vielen Universitäten im Auswahlverfahren positiv angerechnet.
  • In Österreich entscheidet der MedAT-Z – mit einem eigenen Teil zu manuellen Fertigkeiten (Drahtbiegen, Formen spiegeln).

Zulassung und NC in Deutschland

Zahnmedizin gehört zu den bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen. Deine Bewerbung läuft deshalb – wie bei Human-, Tiermedizin und Pharmazie – immer über hochschulstart.de. Die Plätze werden über drei Quoten verteilt:

  • Abiturbestenquote (rund 30 %): Hier zählt allein Dein Abiturschnitt, umgerechnet über landesspezifische Ranglisten. Der NC ist entsprechend hart und liegt für Zahnmedizin oft bei 1,0 bis 1,2.
  • Zusätzliche Eignungsquote (rund 10 %): Hier zählt Deine Abiturnote gar nicht. Punkten kannst Du unter anderem mit einem Auswahltest wie dem TMS, einer abgeschlossenen Berufsausbildung im medizinischen Bereich oder Auswahlgesprächen.
  • Auswahlverfahren der Hochschulen (rund 60 %): Jede Universität mischt hier eigene Kriterien – meist die Abiturnote plus Test, Ausbildung oder fachspezifische Zusatzpunkte.

Der wichtige Punkt: Über die Abiturbestenquote kommt nur ein kleiner Teil der Bewerber rein. Die große Mehrheit der Plätze wird über die beiden anderen Quoten vergeben – und dort kannst Du mit einem guten Testergebnis viel bewegen, selbst wenn Dein Schnitt nicht bei 1,0 liegt.

Der TMS für Zahnmedizin

Der Test für Medizinische Studiengänge (TMS) prüft nicht auswendig gelerntes Wissen, sondern Deine Studierfähigkeit: naturwissenschaftliches Verständnis, Konzentration, Textarbeit und den Umgang mit Diagrammen und Formeln. Er gilt ausdrücklich auch für Zahnmedizin.

Pflicht ist der TMS nicht – Du kannst Deine Bewerbung sogar zunächst ohne Testergebnis abschicken und das Resultat später nachreichen. Aber er lohnt sich fast immer: Viele Universitäten rechnen ein gutes TMS-Ergebnis in der Zusätzlichen Eignungsquote und im Auswahlverfahren der Hochschulen an. Ein starkes Testergebnis kann einen mittelmäßigen Abiturschnitt ausgleichen – schlechter stellst Du Dich nie, denn Minuspunkte gibt es nicht.

Weil Zahnmedizin genauso begehrt ist wie Humanmedizin, solltest Du den TMS ernst nehmen und strukturiert vorbereiten. Wie Aufbau, Untertests und Anmeldung funktionieren, erklären wir ausführlich auf unserer TMS-Übersichtsseite.

MedAT-Z in Österreich

Vertiefende Informationen zu Studienaufbau, Standorten und Berufsperspektiven bietet das Fachportal zahnmedizinstudium.eu.

Eine echte Alternative ist das Zahnmedizinstudium in Österreich. Dort gibt es keinen NC – stattdessen entscheidet ein einziger Aufnahmetest über die Plätze an den Medizinischen Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und an der JKU Linz. Für Zahnmedizin ist das der MedAT-Z.

Der MedAT-Z ist zum überwiegenden Teil identisch mit dem MedAT-H für Humanmedizin. Gleich sind:

  • Basiskenntnistest (BMS): Grundlagen in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik.
  • Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten: unter anderem Figuren zusammensetzen, Zahlenfolgen, Gedächtnis und Wortflüssigkeit.
  • Sozial-emotionale Kompetenzen: Einschätzen von Emotionen und sozialen Situationen.

Der entscheidende Unterschied: Statt des Teils Textverständnis enthält der MedAT-Z den Teil Manuelle Fertigkeiten. Hier zeigst Du feinmotorisches Geschick – konkret beim Drahtbiegen und beim Spiegeln von Formen. Das passt zum späteren Berufsalltag, in dem präzises Arbeiten mit den Händen zentral ist.

Wichtig zu wissen: Der MedAT wird einmal im Jahr durchgeführt, die Anmeldung liegt im Frühjahr (2026 lief sie im März). Verpasst Du die Frist, gilt sie für ein ganzes Jahr. Plane also früh. Alle Details zu Ablauf, Testteilen und Anmeldung findest Du auf unserer MedAT-Übersichtsseite.

So bereitest Du Dich vor

Ob TMS in Deutschland oder MedAT-Z in Österreich – gute Vorbereitung entscheidet. Drei Bausteine solltest Du abdecken:

  1. Naturwissenschaftliche Grundlagen. Sowohl der medizinisch-naturwissenschaftliche TMS-Teil als auch der BMS im MedAT setzen solides Wissen in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik voraus. Wenn Dein letzter Chemieunterricht länger her ist, lohnt sich ein systematischer Aufbau – genau dafür ist unser Vorsemester gedacht.
  2. Testspezifisches Training. Beide Tests belohnen Routine: Wer Aufgabentypen kennt und ein Zeitmanagement eingeübt hat, verschenkt keine Punkte. Trainiere mit echten Aufgabenformaten unter realistischen Bedingungen.
  3. Manuelle Fertigkeiten (nur MedAT-Z). Drahtbiegen und Formen spiegeln kannst Du gezielt üben. Fingerspitzengefühl und ein ruhiges, planvolles Vorgehen lassen sich trainieren – je früher Du anfängst, desto sicherer wirst Du am Testtag.

Am besten kombinierst Du fachlichen Grundlagenaufbau mit gezieltem Testtraining. So gehst Du weder mit Wissenslücken noch unvorbereitet auf die Aufgabenformate in den entscheidenden Test.

Wenn Du den TMS für Deine Zahnmedizin-Bewerbung angehen willst, sicherst Du Dir hier Deinen Kursplatz. Für die naturwissenschaftliche Basis – ob für TMS oder MedAT-Z – ist unser Vorsemester der passende Startpunkt.


Stand: Juli 2026. Die verbindlichen Angaben zu Quoten und Fristen für Deutschland veröffentlicht das offizielle Portal hochschulstart.de. NC-Grenzwerte und Termine ändern sich je Semester – wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.