Wenn Du Zahnmedizin in Österreich studieren möchtest, führt kein Weg am MedAT-Z vorbei – und der bringt einen Testteil mit, den es beim MedAT für Humanmedizin gar nicht gibt: die Manuellen Fertigkeiten. Hier zählt nicht Wissen, sondern Deine Hand. Zwei Aufgabentypen prüfen, wie präzise und ruhig Du arbeitest: Drahtbiegen und Formen spiegeln. In diesem Ratgeber erfährst Du, wie beide Aufgaben ablaufen, wie sie bewertet werden und wie Du Deine Feinmotorik gezielt trainierst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Manuellen Fertigkeiten gibt es nur beim MedAT-Z (Zahnmedizin) – nicht beim MedAT-H.
  • Der Testteil macht 20 % der Gesamtwertung aus und ist damit ein echter Hebel für Dein Ergebnis.
  • Es gibt zwei Aufgabengruppen: Drahtbiegen (einen Draht exakt an eine Vorlage anpassen) und Formen spiegeln (2D-Figuren präzise an einer Achse spiegeln).
  • Bewertet wird die Abweichung von der Vorlage über eine gewichtete Rasterfeldbewertung – je genauer, desto mehr Punkte.
  • Feinmotorik lässt sich trainieren: mit den richtigen Übungen verbesserst Du Ruhe, Genauigkeit und Tempo spürbar.

Drahtbiegen: Präzision mit der Zange

Dieser praktische Untertest prüft feinmotorische Fähigkeiten und die Fähigkeit, räumliche Formvorlagen exakt umzusetzen. Du erhältst ein Stück Draht, zwei Zangen und insgesamt drei Vorlagen: Die erste Vorlage besteht aus zwei Figuren, die beiden anderen aus je drei Figuren. Deine Aufgabe ist es, den Draht durch vorsichtiges Biegen so exakt wie möglich an diese Formen anzupassen. Das klingt simpel, ist aber knifflig – denn jeder Winkel, jede Rundung und jede Länge muss stimmen.

Der Test ist anspruchsvoll, weil sich feine motorische Fehler kaum korrigieren lassen: Zu starke Knicke, ungleichmäßige Biegungen oder kleine Winkelabweichungen können das Ergebnis stark beeinträchtigen. Die Formen werden im Verlauf präziser und detailreicher, was ein hohes Maß an Konzentration und Handkontrolle verlangt.

Worauf es ankommt:

  • Winkel und Abstände müssen der Vorlage entsprechen. Schon kleine Abweichungen summieren sich.
  • Der Draht soll in einer Ebene liegen und darf sich nicht verdrehen oder wellen.
  • Sauberkeit zählt: Knicke an der falschen Stelle oder gequetschte Stellen kosten Punkte.

Weil Du korrigieren kannst, lohnt sich ein überlegtes Vorgehen: erst die Grobform, dann die Feinjustierung. Wer hektisch biegt, produziert oft Materialermüdung an den Knickstellen – und ein einmal überbogener Draht lässt sich nur schwer sauber zurückbiegen. Ruhe und ein Plan schlagen hier Kraft.

Formen spiegeln: Genauigkeit auf dem Papier

Bei der zweiten Aufgabengruppe werden Dir zweidimensionale Figuren präsentiert, die Du korrekt spiegeln musst. Auf der linken Seite der Vorlage ist eine gezeichnete Form mit sechs Orientierungspunkten vorgegeben; sie ist an der eingezeichneten Spiegelachse auf die rechte Seite zu spiegeln. Als Hilfe sind die Orientierungspunkte dort ebenfalls gespiegelt markiert.

Die Schwierigkeit entsteht durch die sehr spezifischen Vorgaben: Die Linie muss über die gesamte Strecke durchgängig sein. Es erfolgt keine Wertung, wenn Linien mehrfach oder verbreitert gezeichnet sind, zusätzliche Orientierungspunkte eingezeichnet werden oder die Form nicht geschlossen ist. Selbst kleine Fehler lassen sich kaum beheben – die Bewertungskriterien sind hier besonders streng.

Das prüft mehreres gleichzeitig:

  • Räumliches Vorstellungsvermögen: Du musst Dir das gespiegelte Bild vorstellen, bevor Du es zu Papier bringst.
  • Zeichengenauigkeit: Jeder Punkt der gespiegelten Figur muss im richtigen Abstand zur Achse liegen.
  • Ruhige Strichführung: Zittrige oder ungenaue Linien weichen von der idealen Form ab.

Hilfreich ist es, sich an markanten Punkten der Vorlage zu orientieren: Wo berührt die Figur die Achse, wo sind Ecken, wie weit ist der äußerste Punkt entfernt? Diese Ankerpunkte spiegelst Du zuerst und verbindest sie anschließend. So vermeidest Du, dass sich kleine Fehler über die ganze Figur fortpflanzen.

Wie wird bewertet? Das Rasterfeld entscheidet

Beim Bewerten kommt keine subjektive Note ins Spiel, sondern ein objektives Messverfahren. Deine Ergebnisse werden mit der Vorlage verglichen, und die Abweichung wird über eine gewichtete binäre Rasterfeldbewertung als Prozentsatz berechnet. Vereinfacht gesagt: Über Deine Lösung wird ein Raster gelegt, und es wird gemessen, wie weit Dein Ergebnis Feld für Feld von der Idealform abweicht.

Aus diesen Abweichungswerten entsteht ein Punktwert. Die Punkte aus beiden Aufgabengruppen – Drahtbiegen und Formen spiegeln – werden zusammengezählt und ins Verhältnis zu den Messpunkten gesetzt. Das Ergebnis fließt mit 20 % in Deine Gesamtwertung ein.

Für Dich heißt das: Es gibt kein “fast richtig oder falsch”, sondern eine feine Abstufung. Jedes Stück Genauigkeit zahlt sich aus. Genau deshalb lohnt sich Training – denn eine ruhige Hand und ein geschultes Auge machen im Raster den Unterschied.

So trainierst Du Deine Feinmotorik

Die gute Nachricht: Manuelle Fertigkeiten sind keine Frage von Talent allein. Feinmotorik, Genauigkeit und Ruhe lassen sich üben. Diese Ansätze helfen Dir:

  • Regelmäßig statt selten: Kurze, tägliche Einheiten bringen mehr als ein Marathon am Wochenende. Deine Hand-Augen-Koordination baut sich über Wiederholung auf.
  • Mit echtem Material üben: Besorg Dir biegsamen Draht und eine Zange und arbeite Vorlagen nach. So gewöhnst Du Dich an das Materialverhalten und die Bewegungsabläufe.
  • Spiegeln auf Papier trainieren: Zeichne Figuren an einer Achse gespiegelt nach und kontrolliere anschließend selbst, wo Du abgewichen bist. Das schult Auge und Strich.
  • Tempo aufbauen: Erst auf Genauigkeit achten, dann das Zeitgefühl trainieren. Am Testtag musst Du unter Zeitdruck präzise bleiben.
  • Ruhe üben: Eine entspannte Sitzhaltung, ruhiges Atmen und eine lockere, aber kontrollierte Handführung reduzieren Zittern spürbar.

Wichtig ist die Selbstkontrolle: Vergleiche Dein Ergebnis konsequent mit der Vorlage und frage Dich, wo genau die Abweichung entstanden ist. So trainierst Du nicht nur die Hand, sondern auch das Auge für Präzision – und genau das belohnt das Rasterfeld.

So bereitest Du Dich mit PreMed vor

Die Manuellen Fertigkeiten sind ein Testteil, bei dem gezieltes Üben besonders viel bringt – weil sich Genauigkeit und Ruhe planbar aufbauen lassen. In unserer MedAT-Vorbereitung trainierst Du alle Testteile strukturiert, damit Du am Testtag weißt, was Dich erwartet, und Deine Zeit sinnvoll einteilst. Wenn Du direkt starten möchtest, sicherst Du Dir hier Deinen Kursplatz. Weitere Ratgeber rund um MedAT und Studienstart findest Du in unserer Ratgeber-Übersicht.


Stand: Juli 2026. Die verbindlichen Angaben zu Aufbau und Bewertung des MedAT-Z veröffentlicht das offizielle Portal medizinstudieren.at. Einzelne Details können sich von Testjahr zu Testjahr ändern – wir aktualisieren diesen Artikel entsprechend.