Beim MedAT entscheidet nicht eine einzelne Prüfung, sondern ein gewichteter Gesamtwert über Deinen Studienplatz. Wie viele Punkte ein Testteil am Ende wert ist, hängt von seiner Gewichtung ab – und die ist bei MedAT-H (Humanmedizin) und MedAT-Z (Zahnmedizin) unterschiedlich. Wenn Du weißt, welcher Block wie stark ins Ergebnis eingeht, kannst Du Deine Vorbereitung gezielter planen. Dieser Artikel erklärt Dir Punkteverteilung, Gewichtung und das Ranking Schritt für Schritt. Wer sich noch nicht sicher ist, ob der Weg über Österreich überhaupt zu ihm passt, findet in unserem Vergleich Medizin in Deutschland oder Österreich eine Einordnung.
Das Wichtigste in Kürze
- Der MedAT wird nicht bestanden oder nicht bestanden – es gibt keine fixe Mindestpunktzahl. Entscheidend ist Dein Platz in der Rangliste.
- Pro richtige Antwort gibt es einen Punkt, für falsche oder ausgelassene Aufgaben null. Minuspunkte gibt es nicht.
- Beim MedAT-H zählen BMS und KFF mit je 40 Prozent am stärksten, Textverständnis und SEK mit je 10 Prozent.
- Beim MedAT-Z ersetzen die Manuellen Fertigkeiten (20 Prozent) einen Teil der Gewichtung; die KFF zählt hier 30 Prozent.
- Vergeben werden die Plätze je Standort und Kontingent – die Besten kommen zum Zug.
Wie die Gewichtung beim MedAT-H funktioniert
Der MedAT-H für Humanmedizin besteht aus vier großen Blöcken, die unterschiedlich stark in den Gesamtwert eingehen. Den größten Anteil haben der Basiskenntnistest für medizinische Studien (BMS) und die Kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF) mit jeweils 40 Prozent. Das Textverständnis und das Soziale Entscheiden (SEK) machen je 10 Prozent aus.
| Testteil (MedAT-H) | Gewicht |
|---|---|
| Basiskenntnistest für medizinische Studien (BMS) | 40 % |
| Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF) | 40 % |
| Textverständnis | 10 % |
| Soziales Entscheiden und Kompetenzen (SEK) | 10 % |
Für die Auswertung werden Deine richtigen Antworten in BMS, Textverständnis und KFF mit je einem Punkt verrechnet, falsche mit null. Anschließend wird pro Testteil der Anteil der richtig gelösten Aufgaben berechnet und mit dem jeweiligen Prozentsatz gewichtet. Aus der Summe entsteht Dein Gesamtwert. Konkret heißt das: Weil BMS und KFF zusammen 80 Prozent des Ergebnisses ausmachen, fällt hier jeder Punkt besonders ins Gewicht.
Wie die Gewichtung beim MedAT-Z funktioniert
Beim MedAT-Z für Zahnmedizin ist die Struktur ähnlich, aber ein Testteil kommt hinzu: die Manuellen Fertigkeiten. Sie prüfen feinmotorisches Geschick, das im zahnmedizinischen Alltag wichtig ist, und ersetzen einen Teil der KFF-Gewichtung.
| Testteil (MedAT-Z) | Gewicht |
|---|---|
| Basiskenntnistest für medizinische Studien (BMS) | 40 % |
| Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF) | 30 % |
| Manuelle Fertigkeiten | 20 % |
| Soziales Entscheiden und Kompetenzen (SEK) | 10 % |
Der BMS bleibt mit 40 Prozent also auch hier der stärkste Block. Die KFF wird von 40 auf 30 Prozent reduziert, und die neu hinzukommenden Manuellen Fertigkeiten steuern 20 Prozent bei. Ein Textverständnis-Anteil wie beim MedAT-H entfällt in dieser Gewichtung. Wer Zahnmedizin anstrebt, sollte die manuellen Aufgaben (etwa Drähte biegen) daher nicht unterschätzen – sie sind ein Fünftel der Wertung.
Wie das Ranking funktioniert
Der MedAT ist ein Ranglistenverfahren. Nach dem Testtag werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach ihrem gewichteten Gesamtwert sortiert. Es gibt keine Punktzahl, die Du erreichen musst, um “zu bestehen” – entscheidend ist allein, wie Du im Vergleich zu den anderen abschneidest.
Vergeben werden die Studienplätze getrennt nach Standort: Du bewirbst Dich an einer bestimmten Universität und trittst gegen die Bewerberinnen und Bewerber dieses Standorts an. Innerhalb jedes Standorts gibt es zusätzlich Kontingente – etwa für Personen mit österreichischem Reifezeugnis, für EU-Bewerbungen und für Drittstaaten. Die Plätze innerhalb eines Kontingents gehen an die Bestplatzierten, bis das Kontingent voll ist.
Für Dich bedeutet das: Deine Chance hängt nicht nur von Deiner absoluten Punktzahl ab, sondern auch davon, wie stark das Bewerberfeld an Deinem Wunschstandort in Deinem Kontingent ist. Deshalb schwankt die faktisch nötige Punktzahl von Jahr zu Jahr und von Standort zu Standort.
Was ist ein gutes Ergebnis?
Weil es keine feste Bestehensgrenze gibt, lässt sich ein “gutes” Ergebnis nur relativ beschreiben. Als grobe Orientierung gilt: Wer über den vergangenen Jahren an vielen Standorten einen Studienplatz erreichen wollte, lag mit einem Gesamtwert im Bereich von rund 70 Prozent und darüber gut im Rennen. An besonders beliebten Standorten kann die nötige Marke höher liegen, an anderen etwas niedriger.
Verlässliche Garantien gibt es hier bewusst nicht – seriös ist nur die Einordnung, dass ein möglichst hoher, ausgewogener Gesamtwert Deine beste Absicherung ist. Weil BMS und KFF am stärksten gewichtet werden, ist es sinnvoll, diese Blöcke früh und konsequent zu trainieren – mit einem durchdachten Lernplan statt planlosem Pauken –, ohne einen schwachen Bereich bis zuletzt zu vernachlässigen. Ein durchgängig solides Ergebnis über alle Testteile schlägt einen einzelnen Spitzenwert bei sonst schwacher Leistung. Regelmäßige Simulationen unter Realbedingungen helfen Dir, dieses Gleichgewicht laufend zu überprüfen.
Wenn Du Deine Vorbereitung strukturiert angehen möchtest, findest Du auf unserer MedAT-Kursseite einen Überblick über Aufbau und Inhalte des Tests. Weitere Beiträge rund um Aufnahmetest und Studienbewerbung sammeln wir in unserem Ratgeber. Und wenn Du bereit bist, Deinen Kursplatz zu sichern, kannst Du Dich direkt zum MedAT-Kurs anmelden.
Stand: Juli 2026. Die verbindlichen Angaben zu Aufbau, Gewichtung und Auswertung veröffentlicht das offizielle Portal medizinstudieren.at. Einzelne Details können sich je Testjahr ändern – wir aktualisieren diesen Artikel entsprechend.