Wer in Österreich Medizin studieren möchte, kommt am MedAT nicht vorbei. Was viele aber übersehen: Es gibt zwei Varianten. Der MedAT-H ist der Aufnahmetest für die Humanmedizin, der MedAT-Z derjenige für die Zahnmedizin. Beide teilen sich einen großen gemeinsamen Kern, unterscheiden sich aber in zwei entscheidenden Punkten: bei den Testteilen und bei deren Gewichtung. In diesem Ratgeber zeigen wir Dir, wo genau die Unterschiede liegen, wer welchen Test schreibt und was das für Deine Vorbereitung bedeutet. Warum sich viele überhaupt für den Weg über Österreich entscheiden, beleuchten wir in unserem Vergleich Medizin in Deutschland oder Österreich?.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der MedAT-H ist der Test für Humanmedizin, der MedAT-Z der Test für Zahnmedizin.
  • Beide Varianten teilen sich denselben BMS (Basiskenntnistest für Medizinische Studien) und den Teil Sozial-emotionale Kompetenzen (SEK).
  • Der zentrale Unterschied: Der MedAT-H enthält Textverständnis und im KFF-Bereich den Untertest Implikationen erkennen. Der MedAT-Z ersetzt beides durch die Manuellen Fertigkeiten (Drahtbiegen und Formen spiegeln).
  • Auch die Gewichtung unterscheidet sich deutlich – der praktische Teil macht beim MedAT-Z ein Fünftel der Wertung aus.
  • Du kannst Dich nur für eine Variante anmelden, und Dein Ergebnis gilt ausschließlich für den Studiengang, für den Du angetreten bist.

Der gemeinsame Kern: Was in beiden Tests gleich ist

Bevor wir zu den Unterschieden kommen, lohnt sich der Blick auf das, was H und Z verbindet. Beide Tests prüfen Deine Studierfähigkeit und laufen am selben Testtag als schriftlicher Multiple-Choice-Test ab. Den größten Block bildet in beiden Fällen der BMS, der Basiskenntnistest für Medizinische Studien. Hier werden Grundlagen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik abgefragt – der Teil, in dem Du Dir mit soliden naturwissenschaftlichen Kenntnissen die meisten Punkte sichern kannst.

Ebenfalls in beiden Varianten enthalten sind die Sozial-emotionalen Kompetenzen (SEK). Dieser Teil misst, wie gut Du Emotionen einschätzt und soziale Situationen bewertest – wichtige Fähigkeiten für den späteren Berufsalltag, egal ob am Krankenbett oder auf dem Zahnarztstuhl.

Auch der Bereich Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF) ist in beiden Tests vertreten. Untertests wie Figuren zusammensetzen, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Zahlenfolgen und Wortflüssigkeit findest Du in H wie Z. Genau hier verläuft aber auch schon die erste Trennlinie.

Wo sich MedAT-H und MedAT-Z unterscheiden

Der Unterschied lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Der MedAT-H setzt auf Textarbeit und logisches Schließen, der MedAT-Z auf praktisches Geschick.

Konkret enthält der MedAT-H zwei Elemente, die dem MedAT-Z fehlen:

  • den Testteil Textverständnis, bei dem Du wissenschaftliche Texte erfasst und Aussagen richtig einordnest
  • innerhalb des KFF-Bereichs den Untertest Implikationen erkennen, der Dein schlussfolgerndes Denken prüft

Der MedAT-Z verzichtet auf beides. An ihre Stelle tritt der Teil Manuelle Fertigkeiten (MF). Er besteht aus zwei Aufgabengruppen:

  • Drahtbiegen: Du formst einen Draht möglichst exakt nach einer Vorlage.
  • Formen spiegeln: Du überträgst geometrische Formen spiegelbildlich und präzise.

Damit prüft der MedAT-Z genau die feinmotorischen Fähigkeiten, die im zahnmedizinischen Alltag später täglich gebraucht werden. Weil dieser Teil praktisches Training verlangt, unterscheidet sich die Vorbereitung auf den MedAT-Z spürbar von der auf den MedAT-H.

Die Testteile und ihre Gewichtung im direkten Vergleich

Nicht nur die Inhalte, auch das Gewicht der einzelnen Teile ist unterschiedlich. Beim MedAT-H zählen BMS und KFF am stärksten; beim MedAT-Z rückt der KFF-Bereich etwas zurück, um Platz für die Manuellen Fertigkeiten zu schaffen.

TestteilMedAT-H (Humanmedizin)MedAT-Z (Zahnmedizin)
BMS (Basiskenntnistest)40 %40 %
Textverständnis10 %
KFF (kognitive Fähigkeiten, inkl. Implikationen erkennen nur bei H)40 %30 %
Manuelle Fertigkeiten (Drahtbiegen, Formen spiegeln)20 %
Sozial-emotionale Kompetenzen (SEK)10 %10 %

Der BMS bleibt mit 40 Prozent in beiden Varianten der größte Hebel. Wer hier stark ist, legt in H wie Z das Fundament für ein gutes Ergebnis. Der auffälligste Unterschied liegt beim praktischen Teil: Beim MedAT-Z machen die Manuellen Fertigkeiten allein 20 Prozent der Gesamtwertung aus – ein Fünftel Deiner Punkte, das im MedAT-H schlicht nicht existiert.

Wer schreibt welchen Test – und was heißt das für Deine Vorbereitung?

Die Zuordnung ist eindeutig: Du schreibst den MedAT-H, wenn Du Humanmedizin studieren willst, und den MedAT-Z, wenn es die Zahnmedizin sein soll. Bei der Anmeldung legst Du Dich auf eine Variante fest – ein gleichzeitiges Antreten ist nicht möglich, und Dein Ergebnis gilt nur für den gewählten Studiengang. Wie sich der MedAT insgesamt von anderen Aufnahmetests wie dem TMS unterscheidet, zeigt unser Vergleich der Medizinertests.

Für Deine Vorbereitung bedeutet das: Der naturwissenschaftliche Kern deckt sich weitgehend. BMS, große Teile des KFF-Bereichs und die SEK trainierst Du für beide Tests im Grunde gleich. Wer sich hier solide aufstellt, ist unabhängig von der Variante gut gerüstet.

Danach trennen sich die Wege:

  • Für den MedAT-H trainierst Du zusätzlich das Textverständnis und das Implikationen erkennen – also schnelles, genaues Lesen und logisches Schließen unter Zeitdruck.
  • Für den MedAT-Z kommt das gezielte Training der Manuellen Fertigkeiten hinzu. Drahtbiegen und Formen spiegeln lassen sich üben, und genau das solltest Du auch tun: Mit der richtigen Technik und ausreichend Wiederholung holst Du hier wertvolle Punkte, die 20 Prozent Deiner Wertung ausmachen.

Weil beide Varianten denselben Kern haben, ist eine strukturierte MedAT-Vorbereitung die Basis für H wie Z – ergänzt um den jeweils spezifischen Teil. In unserem MedAT-Kurs trainierst Du alle gemeinsamen Testteile mit echten Aufgaben und klaren Strategien und bereitest Dich zugleich gezielt auf die Besonderheiten Deiner Variante vor – inklusive der Manuellen Fertigkeiten für angehende Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner. Wer stattdessen den Weg über die deutsche Zulassung erwägt, findet einen Einstieg in unserem Ratgeber Zahnmedizin studieren. Wenn Du Deinen Platz sichern möchtest, meldest Du Dich hier direkt an. Weitere Vergleiche und Hintergründe rund um den Medizinertest findest Du in unserem Ratgeber.


Stand: Juli 2026. Die verbindliche Testzusammensetzung, die Gewichtung und alle Termine veröffentlicht das offizielle Portal medizinstudieren.at. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald sich an den amtlichen Angaben etwas ändert.