Beim MedAT entscheidet nicht nur Fachwissen über Deinen Studienplatz – ein großer Teil des Tests prüft, wie schnell und präzise Du denkst. Genau das steckt hinter dem Block Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF). Beim MedAT-H für Humanmedizin macht er 40 % des Gesamtergebnisses aus und ist damit einer der gewichtigsten Bausteine überhaupt. Die gute Nachricht: Diese Untertests sind besonders gut trainierbar. Wer die Aufgabentypen kennt und mit den richtigen Techniken übt, holt hier oft die meisten Punkte heraus. In diesem Ratgeber gehen wir jeden Untertest durch – und zeigen Dir, mit welcher Strategie Du besser wirst.
Das Wichtigste in Kürze
- Der KFF-Teil prüft kognitive Grundfähigkeiten – nicht auswendig gelerntes Wissen, sondern räumliches Denken, Gedächtnis, Logik und sprachliche Flexibilität.
- Beim MedAT-H zählt der Block 40 % und ist damit einer der wichtigsten des gesamten Tests.
- Zum KFF gehören Figuren zusammensetzen, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Zahlenfolgen, Wortflüssigkeit und – nur beim MedAT-H – Implikationen erkennen.
- Anders als beim Fachwissen sind diese Aufgaben stark übbar: Techniken, Muster und Routine machen den Unterschied.
Figuren zusammensetzen
Räumliche Vorstellungskraft ist für angehende Mediziner unverzichtbar. Da ihre Relevanz für den Erfolg im Studium wie im Berufsleben belegt ist, findest Du Aufgaben zum räumlichen Denken in fast allen Eignungstests – etwa auch in den figuralen TMS-Untertests.
In diesem Untertest erhältst Du mehrere Einzelteile, die sich zu einer größeren Figur zusammensetzen lassen. Deine Aufgabe ist es, das passende Gesamtbild zu finden. Wichtig: Es darf nichts markiert werden – die Figuren müssen im Kopf zusammengesetzt werden. Oft unterscheiden sich die Antwortmöglichkeiten nur in kleinen, aber entscheidenden Merkmalen: in Winkeln, Proportionen oder der Anordnung der Segmente. Gefragt ist also, räumlich-visuelle Beziehungen schnell zu erkennen.
Strategie: Arbeite mit markanten Kanten und Ecken. Suche zuerst nach einer auffälligen, eindeutigen Teilkante und prüfe, welche Lösungsfigur diese überhaupt enthalten kann – so scheidest Du oft schon mehrere Optionen aus, ohne die ganze Figur zusammenbauen zu müssen. Das Ausschlussverfahren ist hier fast immer schneller als das vollständige gedankliche Puzzeln. Trainieren lässt sich das hervorragend mit echten Übungsaufgaben: Je mehr Formen Du gesehen hast, desto schneller erkennt Dein Gehirn die typischen Kombinationen.
Gedächtnis und Merkfähigkeit
Dass angehende Mediziner sich Fakten und Visuelles gut einprägen können sollten, liegt auf der Hand – Medizin gilt nicht umsonst als einer der anspruchsvollsten Studiengänge. Du musst dort in kurzer Zeit große Mengen Lernstoff bewältigen, und auch später im Beruf gehört es dazu, über neue Entwicklungen informiert zu bleiben.
Die Lernphase. Im Untertest werden Dir acht fiktive „Allergiepässe” gezeigt. Jeder enthält Name, Geburtstag, Medikamenteneinnahme, Blutgruppe, bekannte Allergien, Ausweisnummer und Ausstellungsland. In acht Minuten musst Du Dir diese Informationen so gut wie möglich einprägen. Die Kunst besteht darin, die knappe Zeit effizient zu nutzen und sinnvolle Strategien einzusetzen.
Die Abrufphase. Später werden die eingeprägten Informationen abgefragt. Pro Aufgabe erscheint eine Frage zu einem Detail aus einem der Ausweise – manchmal sehr offensichtlich, manchmal eher unscheinbar. Die Herausforderung: Inzwischen sind mehrere Minuten vergangen, die Gedächtnisspur ist bereits abgeschwächt. Die Aufgaben selbst sind klar strukturiert, aber die hohe Anzahl an Items erzeugt starken Zeitdruck. Tückisch ist zudem die Reihenfolge: Manche Ausweise werden mehrfach abgefragt, andere nur ein- oder zweimal.
Anders als viele erwarten, ist dieser Untertest sehr gut trainierbar. Die meisten haben sich noch nie mit Merkmethoden beschäftigt und sind überrascht, wie wirksam diese sind. Manche bilden Geschichten oder Assoziationen, andere arbeiten mit visuellen Merkmalen.
Strategie: Verlass Dich nicht auf stures Wiederholen, sondern nutze Merktechniken. Bewährt haben sich Eselsbrücken und die Loci-Methode (Gedächtnispalast), bei der Du jede Information mit einem festen Ort auf einer gedanklichen Route verknüpfst. Ordne die Angaben nach einem festen System, etwa immer in derselben Reihenfolge, und bilde kleine Geschichten oder Bilder aus den Daten. Wichtig: Diese Technik musst Du vorher einschleifen, damit sie unter Zeitdruck automatisch abläuft.
Zahlenfolgen
In diesem Untertest geht es um das Erkennen von Regelmäßigkeiten. Er wird eingesetzt, weil sich diese Fähigkeit in Studien als relevant für die Vorhersage des Studienerfolgs erwiesen hat.
Die Zahlenfolgen bestehen aus einer Sequenz von Zahlen, die einer bestimmten Regelmäßigkeit folgt. Aus mehreren Antwortmöglichkeiten wählst Du die Zahlenkombination, die die Folge logisch ergänzt. Das Gute daran: Sie bestehen ausschließlich aus den vier Grundrechenarten – Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Anspruchsvoller werden die Reihen im Verlauf dadurch, dass sie unregelmäßiger aussehen oder mehrere Teilschritte erfordern.
Strategie: Prüfe die Folge systematisch nach festen Rechenoperationen: Bilde zuerst die Differenzen aufeinanderfolgender Zahlen, dann die Quotienten. Erkennst Du kein einfaches Muster, achte auf verschachtelte Folgen (zwei ineinander verwobene Reihen), auf Quadrat- und Primzahlen oder auf abwechselnde Operationen. Weil sich die Aufgabentypen wiederholen, ist dies einer der am besten trainierbaren Untertests: Lege Dir einen festen Prüf-Ablauf zurecht und arbeite ihn bei jeder Aufgabe stur ab, statt planlos herumzuprobieren.
Wortflüssigkeit
„Buchstabensalat” kennt vermutlich jeder. Auch wenn ein guter Wortschatz hilfreich ist, geht es bei diesem Untertest nicht primär darum – geprüft wird vielmehr die Fähigkeit, Wissensinhalte flexibel aus dem Gedächtnis abzurufen.
In jeder Aufgabe wird eine Reihe von Buchstaben dargestellt, die sich zu einem deutschen Substantiv im Nominativ zusammensetzen lassen. Dabei muss jeder Buchstabe verwendet werden. Deine Aufgabe ist es dann, den richtigen Anfangsbuchstaben zu finden. Da der Test stark sprachbasiert ist, profitieren Personen mit guter Lesekompetenz und breitem Wortschatz. Ein klassischer Wissensuntertest ist er dennoch nicht – gefragt ist schnelle sprachliche Aktivierung unter Druck.
Strategie: Suche nach typischen Wortbausteinen – häufigen Vor- und Nachsilben, Doppelbuchstaben und geläufigen Buchstabenkombinationen. Oft hilft es, einen markanten Buchstaben (etwa ein seltenes „Y” oder „Ö”) als Anker zu nehmen und von dort aus mögliche Wörter zu bilden. Bei Multiple-Choice-Formaten lohnt sich der Rückweg: Prüfe, ob sich die vorgegebene Lösung aus den Buchstaben legen lässt. Übe mit deutschen Anagrammen, bis Dir das Umsortieren im Kopf leichtfällt – auch das ist reine Trainingssache.
Implikationen erkennen
Hier geht es um die Fähigkeit, aus Aussagen logische Schlüsse zu ziehen – und zwar unabhängig davon, ob die Aussagen der Wahrheit entsprechen oder nicht. Neben logisch-sprachlichem Denken verlangt das, intuitives Denken zu unterdrücken und rein regelbasiert, ohne Nebenannahmen zu überlegen. Genau diese Fähigkeit – aus gegebenen Informationen faktenbasiert die richtigen Schlüsse zu ziehen – ist etwa in der Diagnostik oder beim Ableiten therapeutischer Maßnahmen relevant.
Du erhältst kurze Regeln sowie mehrere Aussagen und musst angeben, welche Schlussfolgerung sich daraus ableiten lässt. Die Aufgaben sind nach Wenn-dann-Beziehungen, Mengenzugehörigkeiten oder kleinen Argumentstrukturen aufgebaut.
Strategie: Bleib streng bei der formalen Logik und lass Dein Alltagswissen außen vor. Entscheidend ist nur, was aus den Aussagen zwingend folgt, nicht, was in der Realität plausibel klingt. Achte besonders auf Signalwörter wie „alle”, „einige”, „kein”, „nur wenn” – sie verändern die Bedeutung einer Aussage grundlegend. Hilfreich ist es, Aussagen in einfache Wenn-dann-Beziehungen zu übersetzen oder mit kleinen Skizzen (Mengenkreisen) zu veranschaulichen. Mit etwas Übung erkennst Du die typischen logischen Fallen schnell wieder.
So bereitest Du Dich am besten vor
Der rote Faden durch den ganzen KFF-Teil: Es geht nicht um Talent, sondern um Technik und Routine. Jeder dieser Untertests folgt wiederkehrenden Prinzipien – und genau deshalb zahlt sich systematisches Training hier so stark aus wie in kaum einem anderen Testbereich. Wer die Aufgabentypen kennt, eine feste Herangehensweise für jeden Untertest hat und diese unter realistischem Zeitdruck einübt, verschafft sich einen echten Vorsprung.
Genau darauf ist unsere MedAT-Vorbereitung ausgelegt: In unserem Kurs trainierst Du die KFF-Untertests mit Aufgaben im Originalformat, lernst die passenden Strategien für Merkaufgaben, Zahlenfolgen und Anagramme und wiederholst sie so lange, bis sie im Test automatisch sitzen. Einen Überblick über Aufbau und Ablauf des Tests findest Du auf unserer MedAT-Übersichtsseite. Wenn Du direkt einsteigen möchtest, sicherst Du Dir hier Deinen Kursplatz. Weitere Ratgeber rund um den MedAT findest Du in unserem Ratgeber-Bereich.
Stand: Juli 2026. Die verbindliche Zusammensetzung des MedAT und die aktuellen Untertests veröffentlicht das amtliche Portal medizinstudieren.at. Prüfe die genauen Testinhalte für Deinen Studiengang immer dort – einzelne Angaben können sich von Jahr zu Jahr ändern.