Drei der acht TMS-Untertests haben nichts mit Medizin oder Rechnen zu tun: Bei Muster zuordnen, Schlauchfiguren und Figuren lernen geht es um räumliches Vorstellungsvermögen, visuelle Genauigkeit und Merkfähigkeit. Viele empfinden gerade diese Aufgaben als knifflig – dabei sind sie die am besten trainierbaren im ganzen Test. In diesem Ratgeber zeigen wir Dir, worauf es bei jedem der drei Untertests ankommt und mit welcher Technik Du Dich verbesserst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die drei figuralen Untertests prüfen räumliches und visuelles Denken, nicht Fachwissen – niemand bringt hier einen Startvorteil aus der Schule mit.
  • Sie sind hervorragend trainierbar: Mit fester Technik und Wiederholung verbesserst Du Tempo und Trefferquote spürbar.
  • Muster zuordnen (24 Aufgaben, 30 Minuten) trainiert das Finden von Bildausschnitten, Schlauchfiguren (24 Aufgaben, 15 Minuten) das räumliche Vorstellungsvermögen, Figuren lernen (20 Aufgaben, 4 Minuten Lernen + 5 Minuten Wiedergeben) das visuelle Gedächtnis.
  • Wichtig: Genau diese drei Untertests entfallen ab 2027 im TMSnat. Wer erst dann antritt, muss sie nicht mehr üben.

Muster zuordnen: Ausschnitte präzise wiederfinden

In diesem ersten Untertest sind je eine größere Abbildung und fünf kleinere Teilausschnitte dargestellt. In vier dieser Ausschnitte sind kleine Fehler eingebaut – Deine Aufgabe ist es, den einen fehlerfreien Ausschnitt zu markieren, der exakt zur großen Abbildung passt. Es geht rein um visuelle Genauigkeit und Konzentration: nicht darum, etwas zu verstehen, sondern etwas exakt wiederzuerkennen. Meist handelt es sich um Bilder mit naturwissenschaftlichem Inhalt. Die Schwierigkeit steigt im Testverlauf, die Unterschiede werden also schwerer zu erkennen – die Konzentration darf entsprechend nicht nachlassen. Mit 24 Aufgaben in 30 Minuten hast Du vergleichsweise viel Zeit pro Aufgabe, der Untertest belohnt also gründliches, systematisches Arbeiten.

Kenne Dein eigenes Auge: Die Manipulationen der Originalbilder folgen meist einer bestimmten Logik – kleine Objekte werden etwa gedreht oder entfernt. Die meisten übersehen eine bestimmte Art von Fehlern besonders häufig. Diese eigene Schwäche zu kennen, ermöglicht gezieltes Üben und Verbessern.

Technik: Arbeite nicht wild vergleichend, sondern such Dir im Ausschnitt ein oder zwei auffällige Merkmale – eine besondere Ecke, eine Kreuzung von Linien, einen markanten Punkt. Dann scannst Du das Gesamtbild in einem festen Blickverlauf ab (etwa spaltenweise von oben nach unten oder mit einem konsequenten „Kreuzblick” horizontal und vertikal), bis Du dieses Merkmal findest. Erst dann prüfst Du die Umgebung auf Übereinstimmung. Ankerpunkte statt Gesamtvergleich sparen enorm Zeit.

Übungshinweis: Trainiere zuerst auf Sicherheit, dann auf Tempo. Zu Beginn nimmst Du Dir Zeit, um Deinen Blickverlauf zu automatisieren; später übst Du unter Zeitdruck. Miss Deine Sekunden pro Aufgabe – Fortschritt wird hier sehr konkret sichtbar.

Schlauchfiguren: räumlich denken statt raten

Die Schlauchfiguren sind für viele der anspruchsvollste figurale Untertest. Du siehst einen durchsichtigen Würfel, durch den ein gebogener Schlauch verläuft, aus zwei verschiedenen Perspektiven. Deine Aufgabe: entscheiden, aus welcher Richtung die zweite Ansicht auf denselben Würfel blickt. Das prüft Dein räumliches Vorstellungsvermögen – die Fähigkeit, ein Objekt im Kopf zu drehen. Mit 24 Aufgaben in nur 15 Minuten ist dies der Untertest mit dem höchsten Zeitdruck; im Schnitt bleiben Dir weniger als 40 Sekunden pro Aufgabe.

Technik: Dreh nicht den ganzen Würfel im Kopf – das kostet zu viel Zeit und führt zu Fehlern. Konzentriere Dich stattdessen auf ein Schlauchende und merke Dir, an welcher Würfelfläche es sitzt (vorne, hinten, oben, unten, links, rechts). Verfolge dann, wie diese Fläche in der zweiten Ansicht liegen müsste. Oft lassen sich mehrere Antwortoptionen schon ausschließen, wenn ein einzelnes Schlauchende nicht passt – so musst Du gar nicht die komplette Drehung lösen.

Übungshinweis: Genau hier hilft Masse. Räumliches Vorstellungsvermögen ist kein Talent, das man hat oder nicht hat – es baut sich durch Wiederholung auf. Nach einigen Hundert Aufgaben erkennst Du typische Konstellationen wieder und wirst deutlich schneller. Ein kleiner Papierwürfel zum Nachvollziehen kann in der Anfangsphase beim Aufbau der Vorstellung helfen. Auch der MedAT prüft mit den Manuellen Fertigkeiten räumlich-motorisches Geschick – wer hier schon räumlich denken geübt hat, profitiert doppelt.

Figuren lernen: visuelles Gedächtnis unter Zeitdruck

Bei Figuren lernen geht es um Merkfähigkeit; der Untertest ist in eine Einpräge- und eine Reproduktionsphase aufgeteilt. In der Lernphase von 4 Minuten musst Du Dir 20 Figuren einprägen, die aus je fünf Feldern bestehen – wobei jeweils eines der Felder schwarz gefärbt ist. Nach mehr als einer Stunde, in der Du kognitiv stark gefordert wirst, werden die Figuren erneut vorgelegt: diesmal in anderer Reihenfolge und ohne Färbung. Deine Aufgabe ist es dann, die in der ersten Phase eingefärbten Felder wieder zu markieren.

Die Herausforderung liegt darin, sich die Figuren in kurzer Zeit einzuprägen und sie unter Stress über einen längeren Zeitraum zu behalten. Um gut oder sogar überdurchschnittlich abzuschneiden, brauchst Du gute Strategien.

Technik: Verlass Dich nicht auf einen reinen Bildeindruck, sondern nutze Visualisierungsmethoden – die lassen sich erlernen. Viele arbeiten zusätzlich mit Verbalisierung: Du benennst still, welches Feld gefärbt ist („Mitte oben schwarz”). Was Du in Worte fasst, bleibt besser haften. Wichtig ist ein einheitliches System, das Du in jeder Lernphase gleich anwendest.

Übungshinweis: Trainiere die Lern- und die Wiedergabephase getrennt und halte die Zeitvorgaben strikt ein – der Zeitdruck ist Teil der Schwierigkeit. Mit Übung findest Du heraus, wie viele Details Du realistisch sicher behältst, und lernst, Dich auf die einprägsamsten zu konzentrieren, statt Dich zu verzetteln.

Für wen sich das Training lohnt – und für wen nicht

So gut die drei figuralen Untertests trainierbar sind: Ihre Bedeutung hängt entscheidend davon ab, wann Du antrittst. Denn Muster zuordnen, Schlauchfiguren und Figuren lernen entfallen im TMSnat, der ab Frühjahr 2027 den klassischen TMS ablöst. Wer also erst 2027 oder später testet, kann diese drei Untertests komplett aus der Vorbereitung streichen und die Zeit stattdessen in Naturwissenschaften und Rechnen stecken. Genauere Details, was konkret wegfällt, findest Du im Artikel Was fällt im TMSnat weg?. Was sich genau ändert, liest Du auf unserer TMSnat-Übersicht.

Nur wer den klassischen TMS im November 2026 schreibt, braucht die figuralen Aufgaben noch – und profitiert dann davon, dass sie sich mit der richtigen Technik so verlässlich verbessern lassen. In unserem TMS-Live-Onlinekurs trainierst Du genau diese Untertests mit erprobten Strategien und viel Übungsmaterial. Wenn Du den TMS 2026 mitnehmen möchtest, sicherst Du Dir hier Deinen Kursplatz. Weitere Artikel rund um Test und Vorbereitung findest Du in unserem Ratgeber.


Stand: Juli 2026. Aufgabenzahlen und Bearbeitungszeiten nach den offiziellen Angaben des amtlichen Portals tms-info.org. Angaben zum TMSnat sind teils noch vorläufig – wir aktualisieren diesen Artikel bei Änderungen.