Du hast den TMS geschrieben – und dann steht auf Deinem Testergebnis ein Standardwert, ein Prozentrang und ein Notenäquivalent. Auf den ersten Blick wirken diese Zahlen abstrakt. Dabei sagen sie sehr genau aus, wie gut Du im Vergleich zu allen anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgeschnitten hast. In diesem Artikel erklären wir Dir, wie das TMS-Ergebnis aufgebaut ist, wie Du die einzelnen Kennzahlen liest und wie das Ergebnis am Ende in Deine Bewerbung kommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Dein Ergebnis besteht aus drei Kennzahlen: Standardwert, Prozentrang und Notenäquivalent – sie beschreiben alle dasselbe Ergebnis auf unterschiedliche Weise.
- Der TMS ist ein relativer Test: Deine Leistung wird immer im Vergleich zu allen anderen Teilnehmenden bewertet.
- Für die Bewerbung zählt nur der Gesamtwert, nicht die einzelnen Untertests.
- Es gibt keine Minuspunkte – ein TMS-Ergebnis kann Deine Bewerbung nur verbessern.
- Das Ergebnis wird im Frühjahr am 30. Juni und im Herbst am 20. Dezember ausgewertet und über das Portal abgerufen.
Der Prozentrang: Dein Platz im Teilnehmerfeld
Der Prozentrang ist die anschaulichste Kennzahl. Er gibt an, wie viel Prozent der Teilnehmenden ein gleich gutes oder schlechteres Ergebnis erzielt haben als Du.
Ein Beispiel: Ein Prozentrang von 95 bedeutet, dass 95 Prozent aller Teilnehmenden gleich gut oder schlechter abgeschnitten haben – Du gehörst also zu den besten fünf Prozent. Ein Prozentrang von 50 entspricht exakt dem Mittelfeld. Werte zwischen etwa 30 und 70 gelten als durchschnittliche Leistung.
Wichtig ist dabei: Der Prozentrang ist ein relatives Maß. Er sagt nichts darüber aus, wie viele Aufgaben Du absolut richtig gelöst hast, sondern nur, wo Du im Vergleich zum gesamten Teilnehmerfeld stehst. Genau deshalb ist eine gute Vorbereitung so wertvoll: Du konkurrierst mit allen anderen um die vorderen Ränge.
Der Standardwert: Die zentrale Kennzahl
Der Standardwert ist die Zahl, mit der die Universitäten am häufigsten rechnen. Er ist so angelegt, dass der Mittelwert bei 100 liegt und die Standardabweichung 10 beträgt. In der Praxis bewegen sich die Ergebnisse auf einer Skala von etwa 70 bis 130.
So liest Du den Standardwert:
- 100 ist exakt der Durchschnitt aller Teilnehmenden.
- Werte über 100 sind überdurchschnittlich, Werte unter 100 unterdurchschnittlich.
- Rund zwei Drittel aller Teilnehmenden liegen zwischen 90 und 110 – also innerhalb einer Standardabweichung um den Mittelwert.
- Werte ab etwa 110 bis 115 gehören bereits zum oberen Bereich und sind ein starkes Signal in der Bewerbung. Mit über 110 Punkten gehörst Du zu den besten 16 % aller Teilnehmer.
Standardwert und Prozentrang hängen direkt zusammen: Ein Standardwert von 100 entspricht dem Prozentrang 50, ein höherer Standardwert einem höheren Prozentrang. Beide beschreiben dieselbe Leistung – nur auf einer anderen Skala.
Das Notenäquivalent: Vergleichbar mit dem Abitur
Das Notenäquivalent übersetzt Dein Ergebnis in eine Note im Stil des Abiturschnitts (etwa von 1,0 bis 4,0). Damit lässt sich Dein TMS-Ergebnis unmittelbar mit einer Abiturnote vergleichen – das erleichtert es den Universitäten, den Test in ihren Auswahlverfahren zu verrechnen.
Basis der Umrechnung ist dabei die Notenverteilung aller Bewerber auf einen medizinischen Studienplatz im jeweiligen Jahr. Auch das Notenäquivalent ist nur eine andere Darstellung desselben Ergebnisses: Ein hoher Standardwert entspricht einem guten Notenäquivalent. Welche der drei Kennzahlen eine Universität konkret nutzt, hängt von ihrem jeweiligen Auswahlverfahren ab.
Zwei Beispiele, wie Universitäten rechnen
Je nach internem Punktesystem nutzen die Universitäten die verschiedenen Werte unterschiedlich, um den TMS in die Bewertung einzubeziehen:
- Beispiel 1: Im AdH werden maximal 70 von 100 Punkten für den TMS vergeben. Zur Bildung der Rangliste wird der Standardwert verwendet, Punkte gibt es erst ab einem Standardwert von 100 – also für ein überdurchschnittliches Ergebnis. Wird kein TMS-Ergebnis vorgelegt oder liegt es unter 100, werden keine Punkte vergeben.
- Beispiel 2: An einer anderen Universität werden im AdH maximal 45 Punkte für den TMS vergeben, berechnet nach der Formel [(Standardwert − 70) : (130 − 70)] × 45. Mit einem Standardwert von 106 ergäbe das also 27 Punkte.
Diese Beispiele zeigen zweierlei: Der Standardwert ist die entscheidende Größe – und die Gewichtung unterscheidet sich von Universität zu Universität erheblich. Prüfe deshalb immer die Satzung Deiner Wunschuni.
Warum nur der Gesamtwert zählt
Auf Deinem Testergebnis findest Du zwar auch die Resultate der einzelnen Untertests – doch für die Bewerbung ist allein der Gesamtwert entscheidend. Er fasst Deine Leistung über alle Untertests hinweg zusammen.
Das bedeutet für Deine Strategie: Ein schwächerer Untertest lässt sich durch stärkere Bereiche ausgleichen. Du musst nicht in jedem einzelnen Teil zur Spitze gehören, sondern über alle Aufgaben hinweg ein möglichst gutes Gesamtergebnis erzielen. Und weil es beim TMS keine Minuspunkte gibt, kostet Dich eine falsche oder ausgelassene Antwort niemals Punkte – sie bringt Dir nur keine.
Daraus folgt der vielleicht wichtigste Punkt überhaupt: Ein TMS-Ergebnis kann Deine Bewerbung nur verbessern. Die Universitäten werten den Test zu Deinen Gunsten oder lassen ihn unberücksichtigt – ein schlechtes Ergebnis schadet Dir nie. Damit ist der TMS eine echte Chance ohne Risiko. Warum sich die Teilnahme lohnt, erklären wir ausführlich auf unserer TMS-Kursseite.
So kommt Dein Ergebnis in die Bewerbung
Nach dem Testtermin wird das Ergebnis zentral ausgewertet: Der Frühjahrstermin wird am 30. Juni, der Herbsttermin am 20. Dezember freigeschaltet. Du rufst Dein Testergebnis dann selbst über Dein persönliches Konto im offiziellen Portal ab.
Bei der Bewerbung um einen Studienplatz gibst Du Dein TMS-Ergebnis über das Bewerbungsportal an und reichst es dort nach – ganz gleich, ob Du direkt nach der Auswertung oder erst später bewirbst. Achte dabei auf die Fristen der jeweiligen Universität, damit Dein Ergebnis rechtzeitig berücksichtigt wird.
Beispiel: So passen die Kennzahlen zusammen
Die folgende Tabelle zeigt, wie Standardwert, Prozentrang und Notenäquivalent zusammenspielen. Die Werte sind gerundete Orientierungsgrößen:
| Standardwert | Prozentrang (ca.) | Einordnung |
|---|---|---|
| 130 | 99 | Spitzenergebnis |
| 120 | 98 | sehr gut |
| 110 | 84 | überdurchschnittlich |
| 100 | 50 | Durchschnitt |
| 90 | 16 | unterdurchschnittlich |
| 70 | 1 | unterster Bereich |
Du siehst: Schon ein Standardwert von 110 hebt Dich deutlich vom Mittelfeld ab. Weil der Test relativ bewertet wird, entscheidet am Ende Deine Vorbereitung darüber, in welchem Bereich der Skala Du landest.
Fazit
Standardwert, Prozentrang und Notenäquivalent beschreiben alle dasselbe: Deine Leistung im Vergleich zu allen anderen Teilnehmenden. Für Deine Bewerbung zählt am Ende nur der Gesamtwert – und weil es keine Minuspunkte gibt, kann Dich der TMS ausschließlich nach vorne bringen. Wie sich Dein konkreter Wert an einzelnen Universitäten auswirkt, kannst Du unverbindlich mit dem TMS-Rechner von nc-check.de durchspielen. Genau deshalb lohnt sich eine strukturierte Vorbereitung, die auf einen möglichst hohen Gesamtwert abzielt. In unserem TMS-Kurs trainierst Du alle Untertests mit echten Aufgaben und Strategien; wenn Du Deinen Platz sichern möchtest, geht das direkt über die Kursanmeldung. Ab 2027 gilt das Ergebnisprinzip übrigens auch für den Nachfolgetest – mehr dazu auf unserer TMSnat-Übersicht. Was sich zwischen den beiden Tests konkret unterscheidet, zeigt unser Vergleich TMS vs. TMSnat. Weitere Artikel rund um Studium und Auswahlverfahren findest Du in unserem Ratgeber.
Stand: Juli 2026. Die verbindlichen Angaben zur Ergebnisauswertung veröffentlicht das amtliche Portal tms-info.org. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald sich die offiziellen Vorgaben ändern.