Ein Testergebnis kann Deine Chancen auf einen Medizinstudienplatz nur verbessern, nie verschlechtern, und der TMSnat darf anders als der TMS beliebig oft wiederholt werden. Wie viel das Ergebnis am Ende bringt, hängt davon ab, in welcher der drei Quoten Du Dich bewirbst und wie die einzelne Universität gewichtet. Dieser Artikel führt durch beides: durch die Regeln zu Ergebnis und Wiederholung und durch die Wirkung auf Deine Bewerbung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der TMSnat darf beliebig häufig geschrieben werden. Der TMS ließ nur eine Wiederholung innerhalb von zwölf Monaten zu.
  • Medizinstudienplätze werden über drei Quoten vergeben: Abiturbestenquote (30 %), Auswahlverfahren der Hochschulen (60 %) und Zusätzliche Eignungsquote (10 %).
  • Im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) muss neben der Abiturnote mindestens ein schulnotenunabhängiges Kriterium einfließen, ein Studieneignungstest zählt dazu. In der ZEQ spielt die Abiturnote keine Rolle.
  • Jede Universität gewichtet selbst. Prüfe die Auswahlsatzung Deiner Wunschuniversitäten.
  • Für TMS-Ergebnisse aus 2026 gelten im Übergangsjahr Sonderregeln, siehe den Rückblick auf TMS und HAM-Nat.

Wie wird das Ergebnis dargestellt?

Zum Ergebnisformat des TMSnat haben die Veranstalter noch nichts veröffentlicht. Der TMS verwendete zwei Kennzahlen, die Du vermutlich auch künftig wiederfindest, wenn der neue Test ähnlich ausgewertet wird. Das ist bisher eine Annahme, keine Ankündigung.

Beim TMS lag der Standardwert im Mittel bei 100 mit einer Standardabweichung von 10, Werte bewegten sich grob zwischen 70 und 130. Alles über 100 war überdurchschnittlich. Der Prozentrang sagte, wie viel Prozent der Teilnehmenden gleich gut oder schlechter abgeschnitten haben. Ein Wert zwischen 30 und 70 galt als durchschnittlich. Beide Kennzahlen beschreiben dieselbe Leistung auf zwei Skalen: Ein Standardwert von 110 liegt etwa bei Prozentrang 84, einer von 120 bei etwa 98.

Wichtig für die Bewerbung war immer nur das Gesamtergebnis, nicht die einzelnen Untertests. Ein schwacher Untertest ließ sich durch einen starken ausgleichen. Das Ergebnis holte man selbst im persönlichen Account ab; zugeschickt wurde es nicht.

Wie oft darf ich wiederholen?

Hier ist der größte Unterschied zum TMS. Er war nur einmal wiederholbar, und zwar innerhalb von zwölf Monaten nach der ersten Teilnahme; Plätze für Wiederholende gab es nur aus freien Restkapazitäten. Beim TMSnat gilt nach den Angaben der Auswahltestzentrale: Er darf beliebig häufig wiederholt werden. Jeder Versuch kostet nach bisherigem Stand 100 €.

Unklar ist noch, welches Ergebnis bei mehreren Versuchen zählt. Beim TMS waren beide Ergebnisse gültig, und Du konntest wählen, welches Du für die Bewerbung nutzt. Ob die Hochschulen beim TMSnat das beste, das letzte oder das aktuellste Ergebnis nehmen, steht noch nicht fest. Sieh deshalb regelmäßig in die Auswahlsatzung Deiner Wunschuni, bevor Du entscheidest, ob sich ein zweiter Versuch lohnt.

Wann sich eine Wiederholung rechnet, hängt vor allem davon ab, ob zwischen Deinem Übungsniveau und dem Ergebnis eine Lücke klafft. Typische Anzeichen: Du lagst deutlich unter Deinen Probetests, einzelne Untertests haben Punkte gekostet, oder Dein Ergebnis liegt knapp unter einer Schwelle, die für Deine Wunschuni wichtig ist. Dann helfen eine Analyse der schwächsten Untertests, Training unter Zeitdruck und vollständige Testsimulationen.

Wie wirkt ein Testergebnis in den drei Quoten?

Für Human-, Zahn- und Tiermedizin gilt bundesweit ein festes Vergabemodell, das hochschulstart.de organisiert. Es teilt die Plätze auf drei Quoten auf, wie unser Ratgeber Die drei Quoten im Detail erklärt:

  • Abiturbestenquote (30 %): Hier zählt ausschließlich Deine Abiturnote, die Grenzen liegen regelmäßig im Bereich einer glatten 1,0. Ein Testergebnis spielt keine Rolle.
  • Auswahlverfahren der Hochschulen (60 %): Die größte Quote. Die Universitäten wählen nach eigenen Kriterien aus, fast immer fließt die Abiturnote ein. Zusätzlich muss mindestens ein schulnotenunabhängiges Kriterium berücksichtigt werden, und ein Studieneignungstest erfüllt diese Vorgabe.
  • Zusätzliche Eignungsquote (10 %): Eine Quote ohne Abiturnote. Hier zählen ein Test, eine Berufsausbildung oder vergleichbare Nachweise. Wie Du sie nutzt, zeigt der Ratgeber ZEQ: So sammelst Du Punkte.

Du bewirbst Dich automatisch in allen Quoten. Der Test wirkt deshalb vor allem in den beiden großen Bereichen jenseits der reinen Abiturbestenquote, im AdH als zweite Säule neben der Note, in der ZEQ oft als wichtigstes oder sogar einziges Kriterium. Wer keinen Test schreibt, lässt die ZEQ weitgehend ungenutzt.

Wie rechnen Universitäten?

Das legt jede Hochschule selbst fest. Zwei Muster, wie Universitäten bisher TMS-Ergebnisse verrechnet haben, zeigen die Bandbreite: Eine Universität vergab im AdH bis zu 70 von 100 Punkten für den Test, allerdings erst ab einem Standardwert von 100. Eine andere nutzte die Formel (Standardwert − 70) ÷ (130 − 70) × 45. Mit einem Standardwert von 106 ergibt das 27 von 45 Punkten. Die Zahlen sind Beispiele für die Rechenlogik, keine Vorgaben für den TMSnat. Die Gewichtung des neuen Tests müssen die Universitäten bis 2027 neu festlegen.

Für Ergebnisse aus 2026 kannst Du mit dem TMS-Rechner von nc-check.de durchspielen, wie sich Dein Standardwert an einzelnen Universitäten auswirkt.

Lohnt sich ein Test auch mit gutem Abitur?

Ja. Ein sehr gutes Abitur sichert gute Ausgangschancen, aber ein Testergebnis erweitert sie. Im AdH gibt ein starker Test zusätzliche Punkte neben der Note, in der ZEQ ist er der Weg, auf dem Dein Abitur gar nicht zählt. Weil jede Hochschule anders gewichtet, steigt außerdem die Zahl der Standorte, an denen Du realistische Chancen hast. Und ein schwächeres Ergebnis kostet nichts: Beim TMS gab es keine Minuspunkte, ein Ergebnis ohne Bonus stellte Dich nicht schlechter als jemanden, der gar nicht angetreten war. Für den TMSnat nennen die Veranstalter bislang nichts Gegenteiliges.

Was gilt für mein TMS-Ergebnis aus 2026?

Bis einschließlich Sommersemester 2027 gelten für TMS und HAM-Nat die bisherigen Regeln. Ab dem Wintersemester 2027/28 können Hochschulen den TMSnat berücksichtigen, im Übergangsjahr rechnen viele sowohl alte als auch neue Ergebnisse an, ab 2028 zählt nur der TMSnat. Wie lange eine Universität ein TMS-Ergebnis anerkennt, entscheidet jede selbst. Eine allgemeine Frist nennen die offiziellen Seiten nicht. Die Einzelheiten und die Tabelle zum Übergang stehen im Rückblick auf TMS und HAM-Nat.

Dein Ergebnis vom Herbst 2026 holst Du vom 18. Dezember 2026 bis zum 31. März 2027 in Deinem Account auf tms-info.org ab. Speichere oder drucke es sofort, denn nach dem Löschen der Accounts am 1. April bleibt nur noch eine Zweitschrift.

So bereitest Du Dich auf den TMSnat vor

Der TMSnat besteht aus sieben Aufgabengruppen, von denen fünf aus dem TMS übernommen wurden. Einen Überblick gibt der Artikel über die TMSnat-Untertests; Termine und Anmeldung beschreibt der Beitrag TMSnat-Anmeldung: Termine, Kosten und Ablauf. Im TMSnat-Live-Onlinekurs von PreMed trainierst Du alle Untertests mit echten Aufgaben, und die Kursanmeldung läuft direkt über unsere Seite.


Stand: November 2026. Die verbindlichen Angaben zum TMSnat veröffentlichen tms-info.org und die Auswahltestzentrale; zu Quoten und Auswahlkriterien hochschulstart.de. Die Gewichtung des Tests legt jede Universität selbst fest.