Der TMSnat löst ab dem Frühjahr 2027 den bisherigen TMS ab und rückt die Naturwissenschaften stärker in den Mittelpunkt. Viele Bewerberinnen und Bewerber fragen sich deshalb: Muss ich dafür schon studieren können? Die beruhigende Antwort lautet nein. Gefragt ist kein Uni-Wissen, sondern solides Schulwissen – etwa auf dem Niveau der gymnasialen Oberstufe. Genau das ist die gute Nachricht: Was Du brauchst, hast Du in der Schule schon einmal gehabt. In diesem Artikel gehen wir Fach für Fach durch, welche Grundlagen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik Du für den TMSnat auffrischen solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der TMSnat prüft naturwissenschaftliche Grundlagen auf Schulniveau, nicht auf Studienniveau.
  • Der Schwerpunkt liegt auf der gymnasialen Oberstufe, ergänzt um sicheres Basiswissen aus der Mittelstufe.
  • Betroffen sind vier Fächer: Biologie, Chemie, Physik und Mathematik.
  • Kein Spezialwissen nötig – aber die Kernthemen solltest Du wirklich verstanden haben, nicht nur auswendig können.
  • Wer ein Fach früh abgewählt hat, sollte mehrere Monate zum Auffrischen einplanen; ein strukturierter Aufbau hilft.

Warum Schul-Grundlagen jetzt wichtiger werden

Der klassische TMS hat vor allem Deine Denk- und Konzentrationsfähigkeit getestet – konkretes Schulwissen aus den Naturwissenschaften musstest Du dafür kaum mitbringen. Der TMSnat verschiebt diesen Schwerpunkt, weil er den TMS mit dem HAM-Nat zusammenführt. Damit wandern die fachlichen Grundlagen in den Vordergrund. Das klingt zunächst nach mehr Aufwand, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Anders als reine Denksportaufgaben ist konkretes Wissen planbar lernbar. Du kannst Themen systematisch abarbeiten und Lücken gezielt schließen.

Wichtig ist dabei die richtige Erwartung. Es geht nicht darum, ganze Lehrbücher aus dem ersten Studienjahr durchzuarbeiten. Es geht darum, den Schulstoff so aufzufrischen, dass Du die zentralen Zusammenhänge sicher verstehst und anwenden kannst.

Biologie

Die Biologie ist erfahrungsgemäß der größte Themenblock – und für viele der zugänglichste, weil das Fach häufig bis zum Abitur belegt wird. Auffrischen solltest Du vor allem die zellulären und molekularen Grundlagen, die auch im Medizinstudium tragend sind:

  • Zellaufbau und Zellorganellen
  • Genetik und Molekulargenetik (DNA, RNA, Proteinbiosynthese)
  • Stoffwechsel und Enzyme
  • Grundlagen der Vererbung

Das entspricht klassischem Oberstufenstoff. Entscheidend ist das Verständnis: Wenn Du erklären kannst, wie aus einem Gen ein Protein wird, hast Du das Fundament, auf dem die meisten Fragen aufbauen. Details wie einzelne Enzymnamen oder Stoffwechselwege bis ins Letzte auswendig zu lernen, ist dagegen nicht nötig – wichtiger ist, die großen Zusammenhänge zu durchschauen und darauf einfache Schlüsse ziehen zu können.

Chemie

Chemie ist das Fach, bei dem die Lücken am größten sind – vor allem, wenn die letzte Chemiestunde schon eine Weile zurückliegt. Gerade deshalb steckt hier das meiste Aufholpotenzial. Diese Grundlagen solltest Du auffrischen:

  • Atombau und Periodensystem
  • chemische Bindungen und Reaktionsgleichungen
  • Säuren, Basen und pH-Wert
  • Redoxreaktionen
  • Grundlagen der organischen Chemie (funktionelle Gruppen)

Ein guter Teil davon stammt aus der Mittelstufe (Atombau, einfache Reaktionsgleichungen) und wird in der Oberstufe vertieft. Wer hier die Basis sauber legt – Stoffmengen, Reaktionsgleichungen, Grundtypen von Reaktionen –, verschafft sich einen echten Vorsprung.

Physik

Der Physikteil bleibt bewusst bei anwendungsnahen Grundlagen. Erwartet wird kein aufwendiges Rechnen mit komplizierten Formeln, sondern das Verständnis der zentralen Größen und Zusammenhänge:

  • Mechanik (Kraft, Energie, Druck)
  • Elektrizität (Stromkreise, ohmsches Gesetz)
  • Optik
  • Grundlagen zu Wärme und Energie

Vieles davon kennst Du aus der Mittel- und frühen Oberstufe. Der Schlüssel liegt darin, die wichtigsten Größen und ihre Einheiten sicher zuzuordnen und einfache Zusammenhänge wie das ohmsche Gesetz sofort parat zu haben. Wer zusätzlich ein Gefühl für Größenordnungen entwickelt – also grob einschätzen kann, welches Ergebnis realistisch ist –, erkennt im Test schnell, wenn eine Antwortoption gar nicht passen kann.

Mathematik

Die Mathematik dient im TMSnat vor allem als Werkzeug, um chemische und physikalische Aufgaben zu lösen. Hochschulmathematik brauchst Du dafür nicht. Auffrischen solltest Du die Rechengrundlagen aus der Schule:

  • Bruch- und Prozentrechnung
  • Dreisatz und Verhältnisse
  • Umstellen einfacher Gleichungen
  • Grundlagen von Exponential- und Logarithmusfunktionen

Ein Taschenrechner ist beim TMSnat nicht erlaubt. Deshalb lohnt es sich, Kopfrechnen und Überschlagen früh zu trainieren – das spart im Test wertvolle Zeit und Nerven.

Welche Grundlagen pro Fach? Der Überblick

FachGrundlagen, die Du auffrischen solltest
BiologieZellbiologie, Genetik, Proteinbiosynthese, Stoffwechsel, Enzyme
ChemieAtombau, Periodensystem, Säuren & Basen, Redoxreaktionen, organische Chemie
PhysikMechanik, Elektrizität, Optik, Wärmelehre
MathematikProzent- & Bruchrechnung, Dreisatz, Gleichungen umstellen, Funktionen

Die genaue Gewichtung und die verbindliche Aufgabenstruktur legt das amtliche Portal fest. Einzelne Punkte sind bis zur ersten Durchführung noch vorläufig und können sich ändern. Einen Überblick über den gesamten Testaufbau findest Du auf unserer TMSnat-Übersichtsseite.

So gehst Du das Auffrischen an

Am wirkungsvollsten ist ein ehrlicher Blick auf den Ausgangspunkt: In welchem Fach stehst Du gut, wo sind die größten Lücken? Ein Fach, das Du bis zum Abitur belegt hast, brauchst Du nur aufzufrischen. Ein früh abgewähltes Fach baust Du dagegen besser von den Grundlagen an neu auf – und planst dafür realistisch mehrere Monate ein. Arbeite anschließend Fach für Fach und Thema für Thema, statt wahllos Aufgaben zu lösen, und wiederhole in kurzen, regelmäßigen Einheiten. Naturwissenschaftliches Wissen verblasst schnell, wenn man es liegen lässt.

Genau hier setzt unser Vorsemester an: Es baut die Grundlagen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik strukturiert von Grund auf – modular, sodass Du gezielt die Fächer belegst, in denen Du die größten Lücken hast. Damit frischst Du nicht nur Deine Schul-Grundlagen für den TMSnat auf, sondern legst zugleich das Fundament für die naturwissenschaftlichen Fächer im ersten Studienjahr. Wenn Du direkt einsteigen möchtest, sicherst Du Dir hier Deinen Platz. Weitere Artikel rund um Test und Vorbereitung findest Du in unserem Ratgeber.


Stand: Juli 2026. Die offiziellen Angaben und die verbindliche Aufgabenstruktur veröffentlicht das amtliche Portal tms-info.org. Einzelne Punkte zum TMSnat sind noch vorläufig und können sich bis zur ersten Durchführung ändern – wir aktualisieren diesen Artikel entsprechend.