Der HAM-Nat gehört seit Jahren zu den naturwissenschaftlichen Studieneignungstests für das Medizinstudium in Deutschland. Anders als der klassische TMS, der vor allem allgemeine kognitive Fähigkeiten prüft, stellt der HAM-Nat Dein Fachwissen in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik in den Mittelpunkt. In diesem Überblick erfährst Du, wie der Test aufgebaut ist, an welchen Universitäten er eine Rolle spielte – und warum er ab 2027 in einem neuen, gemeinsamen Test aufgeht. Wie sich der HAM-Nat in die Landschaft der übrigen Aufnahmetests einordnet, zeigt unser Vergleich der Medizinertests.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der HAM-Nat ist ein naturwissenschaftlicher Auswahltest, der vor allem Biologie, Chemie, Physik und Mathematik auf Schulniveau abfragt.
  • Eingesetzt wurde er unter anderem an der Universität Hamburg und in Magdeburg im hochschuleigenen Auswahlverfahren.
  • Der naturwissenschaftliche Teil macht den größten Anteil der Wertung aus, ergänzt um einen kleineren figural-logischen Block.
  • Ab Frühjahr 2027 gibt es keinen eigenständigen HAM-Nat mehr: Er geht gemeinsam mit dem TMS im neuen TMSnat auf.

Was ist der HAM-Nat?

HAM-Nat steht für „Hamburger Auswahlverfahren für Medizinische Studiengänge – Naturwissenschaftsteil“. Der Test wurde von der Universität Hamburg entwickelt, um zu prüfen, wie sicher Du die naturwissenschaftlichen Grundlagen beherrschst, die im Medizinstudium von Anfang an vorausgesetzt werden. Die Idee dahinter: Wer den Stoff aus Biologie, Chemie und Physik solide mitbringt, kommt in den ersten Semestern erfahrungsgemäß besser zurecht.

Der HAM-Nat ist ein schriftlicher Multiple-Choice-Test. Er ist damit kein reiner Intelligenz- oder Konzentrationstest, sondern ein Wissenstest: Du kannst Dich gezielt auf die abgefragten Themen vorbereiten, weil der Stoff klar umrissen ist und sich am Niveau der gymnasialen Oberstufe orientiert. Genau das unterscheidet ihn vom klassischen TMS, bei dem sich viele Aufgaben nicht durch reines Auswendiglernen lösen lassen.

Aufbau: Die Naturwissenschaften im Fokus

Das Herzstück des HAM-Nat ist der naturwissenschaftliche Teil. Hier erwarten Dich Fragen aus vier Fächern:

  • Biologie: Zellbiologie, Genetik, Stoffwechsel, Anatomie und Physiologie in Grundzügen
  • Chemie: allgemeine, anorganische und organische Chemie, Reaktionsgleichungen, Stoffmengen
  • Physik: Mechanik, Elektrizität, Optik, Grundlagen aus der Wärmelehre
  • Mathematik: Rechnen mit Größen, Prozent- und Dreisatzrechnung, einfache Funktionen

Alle Themen bewegen sich auf Schulniveau – es wird kein Wissen vorausgesetzt, das über den Oberstufenstoff hinausgeht. Anspruchsvoll ist der Test vor allem durch die Breite der Themen und das Tempo: In begrenzter Zeit musst Du viele Aufgaben aus unterschiedlichen Fächern zuverlässig lösen.

Neben dem Naturwissenschaftsteil gab es in der Regel einen kleineren Block mit logisch-figuralen Aufgaben, etwa Matrizen, bei denen Du Muster erkennen und fortsetzen musst. Der naturwissenschaftliche Teil wog dabei deutlich schwerer als der logische Teil – das Fachwissen stand also klar im Vordergrund. Die genauen Aufgabenzahlen und die Gewichtung konnten sich von Durchgang zu Durchgang leicht unterscheiden; maßgeblich sind immer die offiziellen Angaben der ausrichtenden Universität.

Wie man sich auf den HAM-Nat vorbereitet

Weil der HAM-Nat ein Wissenstest ist, lässt er sich planbar vorbereiten. Sinnvoll ist ein systematischer Durchgang durch die vier Fächer: Du verschaffst Dir zunächst einen Überblick über die relevanten Themen, arbeitest Lücken aus dem Schulstoff auf und übst anschließend mit möglichst vielen Aufgaben im Multiple-Choice-Format. Wichtig ist dabei nicht nur, dass Du die Inhalte verstehst, sondern auch, dass Du sie unter Zeitdruck abrufen kannst – denn genau daran scheitern viele, die den Stoff eigentlich beherrschen.

Ein realistischer Zeitplan hilft, die Breite der Themen zu bewältigen, ohne einzelne Fächer zu vernachlässigen. Da sich der naturwissenschaftliche Schwerpunkt im kommenden TMSnat fortsetzt, ist eine gründliche Auffrischung der Grundlagen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik in jedem Fall eine gute Investition – unabhängig davon, welchen Test Du am Ende schreibst.

Wo der HAM-Nat eingesetzt wurde

Anders als der TMS, den viele Universitäten bundesweit im Auswahlverfahren berücksichtigen, war der HAM-Nat auf einen kleineren Kreis von Hochschulen zugeschnitten. Im Zentrum stand die Universität Hamburg, die den Test entwickelt hat und in ihrem hochschuleigenen Auswahlverfahren (AdH) einsetzte. Auch die Universität Magdeburg nutzte den HAM-Nat für die Auswahl in Human- und teils Zahnmedizin.

Wichtig zu verstehen: Jede Hochschule entscheidet in ihrer Auswahlsatzung selbst, ob sie einen Test heranzieht, in welcher Quote sie ihn berücksichtigt und wie stark das Ergebnis gewichtet wird. Der HAM-Nat war deshalb nie ein bundesweit einheitliches Kriterium, sondern ein Baustein im Auswahlverfahren einzelner Standorte. Wenn Du Dich für einen bestimmten Studienort interessierst, lohnt sich immer ein Blick in dessen aktuelle Zulassungsregeln – die Anforderungen und die Rolle einzelner Tests können sich von Jahr zu Jahr ändern. Wie Testergebnisse überhaupt in die Bewerbung einfließen, erklären wir grundsätzlich in unserem Überblick zu den drei Zulassungsquoten.

Die Zukunft: Aufgehen im TMSnat ab 2027

Die vielleicht wichtigste Nachricht zum HAM-Nat betrifft seine Zukunft: Ab dem Frühjahr 2027 wird es keinen eigenständigen HAM-Nat mehr geben. Die Entwickler von TMS und HAM-Nat führen beide Verfahren in einem neuen, gemeinsamen Test zusammen – dem TMSnat.

Der TMSnat übernimmt den naturwissenschaftlichen Ansatz des HAM-Nat und kombiniert ihn mit bewährten Untertests des TMS. Konkret geplant ist, dass der neue Test weiterhin Wissen in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik prüft und dieses mit Aufgaben zum Textverständnis, zu Diagrammen und zum medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundverständnis verbindet. Nach den bisherigen offiziellen Angaben soll der TMSnat rund 100 Euro kosten, etwa fünf Stunden dauern, unbegrenzt wiederholbar sein und zweimal jährlich – im Frühjahr und im Herbst – angeboten werden. Da einzelne Punkte bis zur ersten Durchführung noch vorläufig sind, gelten diese Angaben als geplant. Wie sich der neue Test im Detail vom klassischen TMS unterscheidet, zeigt unser Vergleich TMS vs. TMSnat.

Für Dich bedeutet das: Wenn Du Dich heute mit naturwissenschaftlichen Grundlagen beschäftigst, arbeitest Du nicht ins Leere. Der Stoff, der bislang für den HAM-Nat wichtig war, bleibt auch für den TMSnat relevant. Wie der neue Test genau aufgebaut ist, welche Untertests dazukommen und was das für Deine Vorbereitung heißt, erfährst Du ausführlich auf unserer TMSnat-Übersichtsseite.

Wenn Du Dich gezielt auf die naturwissenschaftlichen und kognitiven Anforderungen des kommenden Tests vorbereiten möchtest, findest Du in unserem TMS-Live-Onlinekurs die passenden Bausteine – und weitere Orientierung rund um Studieneignungstests in unserem Ratgeber.


Stand: Juli 2026. Die verbindlichen Angaben zum HAM-Nat und zum kommenden TMSnat veröffentlichen die offiziellen Portale, etwa das der Universität Hamburg. Einzelne Punkte zum TMSnat sind noch vorläufig und können sich bis zur ersten Durchführung ändern – wir aktualisieren diesen Artikel entsprechend.