Du hast Dich für Medizin beworben, aber in der ersten Runde keine Zulassung bekommen? Dann ist das Verfahren noch längst nicht vorbei. Im Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV), über das Human-, Zahn- und Tiermedizin bundesweit vergeben werden, folgen nach der Hauptzulassung noch mehrere Schritte, in denen frei werdende Plätze neu verteilt werden. Wer versteht, wie Koordinierungsphase und Nachrückverfahren funktionieren – und wo er selbst aktiv werden muss –, verschenkt keine Chance.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Bewerbungsphase folgt die Koordinierungsphase, in der aus Deinen Bewerbungen genau ein Zulassungsangebot herausgefiltert wird.
  • Deine Priorisierung entscheidet in dieser Phase, welches Angebot erhalten bleibt – die richtige Reihenfolge ist deshalb wichtig.
  • Bleibst Du ohne Zulassung, kannst Du Dich für das Koordinierte Nachrücken (KNR) anmelden. Dort werden Restplätze vergeben.
  • Im Nachrücken zählt die Priorisierung nicht mehr – wer den zulassungsfähigen Bereich einer Rangliste erreicht, wird sofort zugelassen.
  • Für das Nachrücken musst Du Dich aktiv und fristgerecht anmelden – automatisch passiert nichts.

Wie kommt Dein Ranglistenplatz zustande?

Jede Hochschule erstellt für ihre Medizin-Studiengänge eigene Ranglisten. Deine Position darauf hängt vom jeweiligen Auswahlverfahren ab: Abiturnote, Ergebnis eines Studieneignungstests wie des TMS, Wartezeit-Ersatzkriterien, Berufsausbildung oder Boni fließen je nach Universität unterschiedlich ein. Weil jede Hochschule ihre Kriterien selbst gewichtet, stehst Du an der einen Uni weiter oben, an der anderen weiter unten.

Genau hier setzt gute Vorbereitung an: Ein starkes Testergebnis verschiebt Dich auf vielen Ranglisten nach oben – und damit näher an den zulassungsfähigen Bereich, der im gesamten Verfahren über Zulassung oder Absage entscheidet. Wie stark ein gutes Testergebnis Deine Chancen über alle Quoten hinweg verbessert, erklären wir ausführlich in Wie viel bringt der TMS für Deine Bewerbung?. Wie Du Dich gezielt auf den Test vorbereitest, erfährst Du in unserem TMS-Live-Onlinekurs.

Die Koordinierungsphase: aus vielen Angeboten wird eins

Die Koordinierungsphase beginnt, sobald die Bewerbungsphase endet, und zieht sich über mehrere Wochen. In dieser Zeit prüfen die Hochschulen anhand ihrer Ranglisten, für welche Deiner Bewerbungen Du ein Zulassungsangebot erhalten kannst. Anfangs können mehrere Angebote gleichzeitig vorliegen – doch sobald die Koordinierungsregeln greifen, bleibt nur noch eines übrig.

Welches das ist, steuerst Du selbst über die Priorisierung. Du bringst Deine Bewerbungen in die Reihenfolge, die Deinen Wünschen entspricht: ganz oben die Wunschuni, darunter die Alternativen. Liegen zwei Angebote parallel vor, behält das System das Angebot für die höher priorisierte Bewerbung; das Angebot für die niedriger gereihte Bewerbung wird kurz darauf unwiderruflich aus dem Verfahren entfernt.

Erhältst Du ein Zulassungsangebot, kannst Du es aktiv annehmen und bekommst anschließend den Zulassungsbescheid. Reagierst Du nicht, wird das zum Ende der Koordinierungsphase vorliegende Angebot automatisch in eine Zulassung umgewandelt. Wichtig: Die Priorisierung kannst Du nur bis zum Ende der Koordinierungsphase anpassen – danach sperrt das Portal. Prüfe Deine Reihenfolge deshalb regelmäßig und sorgfältig.

Das Koordinierte Nachrücken: zweite Chance auf einen Platz

Wer die Koordinierungsphase ohne Zulassung beendet, ist noch nicht raus. Anschließend startet das Koordinierte Nachrücken (KNR). Dabei werden die Studienplätze vergeben, die nach der Hauptrunde frei geblieben oder wieder frei geworden sind – etwa weil zugelassene Bewerber sich gegen die Einschreibung entscheiden oder wegen eines Dienstes eine Rückstellung mitteilen.

Zwei Dinge unterscheiden das Nachrücken deutlich von der Koordinierungsphase:

  1. Du musst Dich anmelden. Ohne Zulassung wirst Du nicht automatisch übernommen. Für das KNR gilt eine kurze Frist (in der Regel wenige Tage), in der Du Dich im Portal anmeldest und über die Suchfunktion die noch verfügbaren Studiengänge auswählst.
  2. Die Priorisierung zählt nicht mehr. Im Nachrücken gibt es keine Reihenfolge Deiner Wünsche. Sobald eine Deiner Bewerbungen den zulassungsfähigen Bereich einer Rangliste erreicht, erhältst Du sofort die Zulassung für diesen Studiengang – und das Verfahren endet damit für Dich.

Das bedeutet: Im KNR geht es nicht mehr um die Wunschuni, sondern um den Platz überhaupt. Wer flexibel ist und mehrere passende Studiengänge auswählt, erhöht seine Chancen spürbar. Verwechsle das Koordinierte Nachrücken nicht mit dem separaten Losverfahren, über das nach dem Hauptverfahren zusätzlich freie Restplätze vergeben werden.

Was Du aktiv tun kannst

Auch wenn im DoSV vieles automatisiert abläuft, hast Du an entscheidenden Stellen die Hand am Steuer:

  • Priorisiere bewusst. Setze in der Koordinierungsphase die Bewerbung nach oben, die Du wirklich willst – aber liste auch realistische Alternativen darunter, statt nur auf die eine Traumuni zu setzen.
  • Behalte Fristen und Status im Blick. Melde Dich im Portal regelmäßig an und reagiere schnell auf Angebote. Die kurze Anmeldefrist fürs Nachrücken verpasst man leicht.
  • Bleib flexibel. Im Nachrücken zählt jeder zusätzliche, ernsthaft in Frage kommende Studiengang.
  • Verbessere Deine Ausgangsposition. Der größte Hebel liegt vor dem Verfahren: Ein guter Ranglistenplatz macht Zulassung und Nachrücken erst wahrscheinlich.

Chancen realistisch einordnen

So wichtig das Nachrücken ist – wie viele Plätze frei werden und wie weit die Ranglisten nachrücken, lässt sich vorher nicht sicher vorhersagen. In der Medizin sind die Verfahren stark nachgefragt, und der zulassungsfähige Bereich ist eng. Verlass Dich deshalb nicht allein auf das Nachrücken als Rettungsanker, sondern arbeite an dem, was Du beeinflussen kannst: Deiner Position auf den Ranglisten. Und falls es am Ende doch nicht klappt: Jenseits von Nachrücken und Losverfahren gibt es weitere Wege ins Studium, die wir in unserem Ratgeber Medizin studieren ohne NC zusammengefasst haben.

Genau dort setzen wir an. In unserem TMS-Kurs trainierst Du mit echten Aufgaben und Strategien auf ein starkes Testergebnis hin – die Grundlage für einen besseren Ranglistenplatz an vielen Universitäten. Weitere Orientierung rund um Bewerbung und Zulassung findest Du in unserem Ratgeber. Und wenn Du Deinen Kursplatz für die nächste Vorbereitungsrunde sichern möchtest, meldest Du Dich hier direkt an.


Stand: Juli 2026. Die verbindlichen Regelungen zu Koordinierungsphase und Koordiniertem Nachrücken sowie die aktuellen Fristen veröffentlicht das offizielle Portal hochschulstart.de. Abläufe und Termine können sich je Bewerbungsjahr ändern – prüfe die konkreten Daten dort.