Ab Frühjahr 2027 löst der TMSnat den bisherigen TMS ab und führt ihn mit dem HAM-Nat zusammen. Fünf der Untertests wandern dabei unverändert aus dem TMS in den neuen Test – einer davon ist Diagramme und Tabellen. Hier geht es nicht um Faktenwissen, sondern um eine Fähigkeit, die im Medizinstudium und später im Klinikalltag ständig gebraucht wird: aus Grafiken und Tabellen schnell und fehlerfrei die richtigen Informationen herauszuziehen. In diesem Artikel erfährst Du, was genau geprüft wird, wie das Format aussieht, welche Strategie Dir hilft und wie Du Dich gezielt vorbereitest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Diagramme und Tabellen ist einer der fünf Untertests, die der TMSnat unverändert aus dem TMS übernimmt.
  • Nach dem aktuellen Planungsstand umfasst der Untertest 20 Aufgaben in 50 Minuten – im Schnitt rund zweieinhalb Minuten pro Aufgabe. Diese Zahlen sind noch vorläufig.
  • Geprüft wird Deine Fähigkeit, Werte abzulesen, zu vergleichen, zu kombinieren und Trends zu interpretieren – nicht Deine Rechenkunst.
  • Ein Taschenrechner ist nicht erlaubt; gefragt sind sauberes Ablesen und schnelles Überschlagen.
  • Der Untertest ist planbar trainierbar – mit der richtigen Technik holst Du hier verlässlich Punkte.

Was geprüft wird

Im Kern testet dieser Untertest, wie souverän Du mit grafisch und tabellarisch aufbereiteten Daten umgehst. Jede Aufgabe zeigt Dir ein Diagramm oder eine Tabelle – manchmal auch zwei zusammenhängende Grafiken – und stellt Dir dazu eine Frage. Deine Aufgabe ist es, aus der Darstellung die passende Information herauszulesen und daraus die richtige Antwort abzuleiten.

Typischerweise musst Du dabei:

  • einzelne Werte ablesen (Wie hoch war der Messwert im Jahr X?),
  • Werte vergleichen (Welche Gruppe hatte den höchsten Anteil?),
  • Angaben aus mehreren Quellen kombinieren (etwa eine Tabelle mit einem Diagramm verknüpfen),
  • Mittelwerte oder Größenordnungen schätzen und
  • Entwicklungen und Trends interpretieren (Nimmt der Wert zu, ab oder bleibt er konstant?).

Es geht ausdrücklich nicht um Vorwissen zum Thema der Grafik. Ob es um Laborwerte, Bevölkerungszahlen oder Reaktionszeiten geht, spielt keine Rolle – alle nötigen Informationen stecken in der Darstellung selbst. Gefragt ist Dein genaues, systematisches Auswerten unter Zeitdruck.

Format im TMSnat

Nach der offiziellen, derzeit noch als geplant gekennzeichneten Zusammensetzung des TMSnat besteht der Untertest aus 20 Aufgaben mit einer Bearbeitungszeit von 50 Minuten. Das entspricht genau dem Umfang aus dem klassischen TMS – ein weiteres Zeichen dafür, dass sich an diesem Teil inhaltlich nichts Grundlegendes ändert.

Rechnerisch bleiben Dir damit rund zweieinhalb Minuten pro Aufgabe. Das klingt entspannt, ist es aber nicht: Wer sich in eine komplexe Grafik verliest oder zweimal von vorne anfängt, verliert schnell den Puffer. Wie bei allen TMSnat-Untertests gilt: Es sind keine Hilfsmittel zugelassen, ein Taschenrechner ist also tabu. Einen Überblick über den gesamten Testaufbau und alle Untertests findest Du auf unserer TMSnat-Übersichtsseite.

Der Aufgabentyp erklärt – ein Beispiel

Damit Du ein Gefühl für das Format bekommst, hier ein generisches Mini-Beispiel (frei erfunden, nur zur Veranschaulichung):

Ein Liniendiagramm zeigt den Umsatz zweier Produkte A und B über vier Quartale. Produkt A steigt von 10 auf 40 Einheiten, Produkt B fällt von 30 auf 20 Einheiten. Die Frage lautet: “In welchem Quartal war der Abstand zwischen A und B am größten?”

Um das zu lösen, liest Du nicht wahllos Zahlen ab, sondern gehst gezielt vor: Du prüfst pro Quartal die Differenz zwischen beiden Linien und suchst den größten Abstand. Im ersten Quartal liegt B deutlich über A (Abstand 20), im letzten liegt A über B (Abstand 20 in die andere Richtung). Entscheidend ist, dass die Frage nach dem Betrag des Abstands fragt – nicht danach, wer vorne liegt. Genau solche kleinen Denkschritte machen den Unterschied.

Das Beispiel zeigt das Muster: Die eigentliche Rechnung ist simpel, die Kunst liegt im präzisen Lesen der Frage und der Grafik.

Strategie: So gehst Du vor

  • Erst die Frage, dann die Grafik. Lies zuerst, was überhaupt gesucht ist. So weißt Du beim Blick auf das Diagramm sofort, worauf Du achten musst, und liest nicht unnötig Details.
  • Achsen und Einheiten prüfen. Der häufigste Fehler entsteht durch übersehene Einheiten, Skalen oder Beschriftungen. Prüfe: Beginnt die Achse bei null? Sind es Tausender oder Prozent? Ist die Skala linear oder logarithmisch?
  • Genau ablesen, grob rechnen. Beim Ablesen musst Du exakt sein, beim Rechnen darfst Du überschlagen. Meist genügt eine gute Schätzung, um die richtige von den falschen Antwortoptionen zu trennen.
  • Antwortoptionen nutzen. Liegen die Optionen weit auseinander, reicht grobes Schätzen. Liegen sie eng beieinander, musst Du sorgfältiger ablesen. Passe Deinen Aufwand an.
  • Zeitdruck steuern. Bleib nicht an einer kniffligen Grafik kleben. Markiere die Aufgabe, geh weiter und komm zurück, wenn Zeit bleibt. Jede Aufgabe zählt gleich viel.

Typische Fehler

  • Einheiten und Skalen überlesen. Wer Prozent mit Absolutwerten verwechselt oder eine abgeschnittene Achse übersieht, rechnet mit falschen Größen.
  • Die Frage ungenau lesen. “Am stärksten gestiegen” ist nicht dasselbe wie “am höchsten”. Kleine Wörter entscheiden über die richtige Antwort.
  • Zu genau rechnen. Viele verlieren Zeit mit exakten Berechnungen, obwohl ein Überschlag längst gereicht hätte.
  • Falsche Grafik oder Zeile. Bei zwei Grafiken oder mehrspaltigen Tabellen greift man leicht in die falsche Zeile. Kurz mit dem Finger oder Blick nachfahren hilft.
  • Sich festbeißen. Eine einzelne schwere Aufgabe darf nicht den ganzen Zeitplan sprengen.

So bereitest Du Dich vor

Die gute Nachricht: Diagramme und Tabellen ist kein Talenttest, sondern eine Technik – und Technik lässt sich trainieren. Bewährt hat sich:

  1. Unter realistischer Zeit üben. Trainiere von Anfang an mit Stoppuhr und dem Zieltempo von rund zweieinhalb Minuten pro Aufgabe. Nur so entwickelst Du ein Gefühl dafür, wann Du weiterziehen musst.
  2. Fehler analysieren statt nur zählen. Schau nach jeder Übungseinheit, warum eine Antwort falsch war – meist steckt ein wiederkehrendes Muster dahinter (Einheit übersehen, Frage falsch verstanden).
  3. Kopfrechnen und Überschlagen trainieren. Weil kein Taschenrechner erlaubt ist, lohnt sich das gezielte Üben von Prozent-, Bruch- und Dreisatzrechnung im Kopf.
  4. Verschiedene Darstellungsformen kennenlernen. Balken-, Linien- und Kreisdiagramme, Streuplots und mehrspaltige Tabellen – je mehr Formate Du gesehen hast, desto schneller findest Du Dich zurecht.

Weil dieser Untertest unverändert aus dem TMS übernommen wird, kannst Du auf bewährtem Übungsmaterial aufbauen. In unserem TMS-Live-Onlinekurs trainierst Du Diagramme und Tabellen mit echten Aufgabentypen und Strategien – und legst damit zugleich die Basis für den TMSnat. Wie Du Deine Vorbereitung insgesamt am besten aufziehst, liest Du in unserem Ratgeber TMSnat-Vorbereitung starten.

Einordnung: vom TMS zum TMSnat

Diagramme und Tabellen gehört zu den fünf Untertests, die der TMSnat direkt aus dem TMS übernimmt. Für Dich heißt das: Alles, was Du hier trainierst, zahlt unmittelbar auf den neuen Test ein – unabhängig davon, ob Du noch den letzten klassischen TMS im November 2026 schreibst oder gleich den TMSnat ab Mai 2027. Der Schwerpunkt des TMSnat verschiebt sich zwar Richtung Naturwissenschaften und Rechnen, doch die datenbezogenen Untertests bleiben ein fester und gut planbarer Punktelieferant. Welche Untertests sich sonst ändern, welche neu hinzukommen und welche entfallen, zeigt Dir unser ausführlicher Vergleich TMS vs. TMSnat.


Stand: Juli 2026. Die offiziellen Angaben und die verbindliche Aufgabenstruktur veröffentlicht das amtliche Portal tms-info.org. Die Zusammensetzung des TMSnat ist derzeit als geplant gekennzeichnet – Aufgabenzahl und Bearbeitungszeit können sich bis zur ersten Durchführung noch ändern. Wir aktualisieren diesen Artikel entsprechend.