Wenn es einen Testteil gibt, an dem Deine MedAT-Bewerbung steht oder fällt, dann ist es der Basiskenntnistest Medizinische Studien (BMS). Er macht 40 % des Gesamtergebnisses aus und prüft Dein naturwissenschaftliches Grundwissen in vier Fächern: Biologie, Chemie, Physik und Mathematik. Die gute Nachricht: Anders als die kognitiven Testteile lässt sich der BMS gezielt lernen – denn der Stoff steht in einem offiziellen Katalog. In diesem Ratgeber zeigen wir Dir, wie die vier Fächer aufgebaut sind, welches Niveau Dich erwartet und wie Du Deine Lernzeit sinnvoll einteilst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der BMS ist mit 40 % Gewichtung der wichtigste Einzelteil des MedAT-H – kein anderer Bereich zählt so viel.
  • Geprüft werden vier Fächer: Biologie, Chemie, Physik und Mathematik.
  • Das Niveau entspricht dem Lehrstoff der österreichischen Oberstufe bis zur Matura – kein Studienwissen.
  • Grundlage ist ein offizieller Stoffkatalog, der genau festlegt, was drankommt. Ihn systematisch abzuarbeiten ist der Schlüssel.
  • Biologie hat traditionell das größte Gewicht, gefolgt von Chemie, Physik und Mathematik.

Biologie – das Herzstück des BMS

Biologie ist der umfangreichste und meist am stärksten gewichtete Fachbereich im BMS. Kein Wunder: Für ein Medizinstudium ist biologisches Grundverständnis unverzichtbar. Erwartet wird Wissen zu Zellbiologie (Aufbau von Pro- und Eukaryoten, Zellorganellen, Membranen), Genetik (DNA, Replikation, Proteinbiosynthese, Vererbungsregeln), Stoffwechsel (Enzyme, Zellatmung, Fotosynthese), Humanbiologie (Organsysteme, Immunsystem, Hormone, Neurophysiologie), Mikrobiologie sowie Ökologie und Evolution.

Das Niveau bleibt schulisch, aber die Fragen sind detailreich und verlangen sauberes Auswendiglernen. In der Vorbereitung geht es hier vor allem um Fleiß – eine gute Basis ist von Vorteil, entscheidend ist aber das systematische Durcharbeiten. Und der Zeitdruck ist enorm: Bei 40 Aufgaben in nur 30 Minuten bleiben Dir im Schnitt 45 Sekunden pro Frage. Ein guter Überblick über die fundamentalen biologischen Zusammenhänge erleichtert damit das schnelle Erkennen der richtigen Antwort. Am besten arbeitest Du Kapitel für Kapitel den Stoffkatalog durch und sicherst Dein Wissen mit Karteikarten und Übungsfragen ab.

Chemie – Systematik schlägt Auswendiglernen

Chemie schreckt viele ab, ist aber gut beherrschbar, wenn Du die Systematik verstehst. Zu den Kernthemen zählen der Atombau und das Periodensystem, chemische Bindungen (Ionen-, Atom- und Metallbindung), Stöchiometrie und das Rechnen mit Stoffmengen, Säuren, Basen und pH-Wert, Redoxreaktionen sowie die Grundlagen der organischen Chemie (Kohlenwasserstoffe, funktionelle Gruppen, wichtige Stoffklassen).

Anders als in Biologie kommt es hier weniger auf reines Faktenwissen an als auf Verständnis und Rechnen. Der Umfang des Lernstoffs ist zwar geringer als in Biologie, dafür ist Chemie für viele etwas schwerer zugänglich. Für das Verständnis biochemischer Prozesse im Körper – und besonders in Fächern wie Pharmakologie – brauchst Du ein gutes Verständnis anorganischer, organischer und physikalisch-chemischer Prozesse. Manche Fragen sind reine Wissensfragen, bei anderen musst Du einen kleinen Rechenweg oder eine logische Ableitung durchführen. Sichere Grundlagen sind Pflicht: Säuren und Basen, das Periodensystem und die Bindungstypen müssen sitzen – genau wie die im Stoff vorkommenden Formeln. Rechne unbedingt viele Aufgaben – Stöchiometrie und pH-Berechnungen sind typische Punktebringer.

Physik – die verständlichste Baustelle

Physik ist für viele der ungeliebteste Teil, obwohl der geprüfte Stoff überschaubar ist. Gefragt sind die klassischen Schulthemen: Mechanik (Kräfte, Bewegung, Arbeit, Energie), Elektrizitätslehre (Strom, Spannung, Widerstand, ohmsches Gesetz), Optik, Wärmelehre, Wellen und Schwingungen sowie ein Grundverständnis der Atom- und Kernphysik.

Physikalisches Verständnis ist besonders in Radiologie, Kardiologie und Medizintechnik gefragt. Der Test verlangt die Anwendung grundlegender Konzepte, allgemeinen Wissens und Formeln – Rechnungen sind allerdings eher selten. Meist geht es darum, das fachliche Basisverständnis mit der Interpretation von Skizzen zu verbinden. Die aktuelle Stichwortliste umfasst Mechanik, Schwingungen und Wellen, Wärme- und Elektrizitätslehre, Optik und Atomphysik.

Der Schlüssel in Physik sind die Formeln und Einheiten: Zentral ist, die Standardformeln der Schulphysik schnell anzuwenden – Herleitungen sind nicht gefragt. Viele Fehler entstehen durch falsche Umrechnungen bei kleinen Überschlagsrechnungen, achte also besonders auf Einheiten und Größenordnungen. Und weil oft verschiedene Anwendungen abgerufen und die relevanten Informationen extrahiert werden müssen, wirkt ein klares, ruhiges Vorgehen Wunder. Lege Dir eine kompakte Formelsammlung an und übe das Einsetzen und Umstellen so lange, bis es sitzt.

Mathematik – kompakt, aber nicht zu unterschätzen

Mathematik hat im BMS meist das geringste Gewicht, sollte aber nicht vernachlässigt werden – gerade weil sich hier mit überschaubarem Aufwand Punkte holen lassen. Typische Themen sind Prozent- und Zinsrechnung, Gleichungen und Funktionen, Potenzen und Wurzeln, Geometrie und Trigonometrie, Logarithmen sowie Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Einen wesentlichen Teil – etwa das Umrechnen von Formeln – musst Du für die anderen Untertests ohnehin sicher beherrschen. Die Inhalte der Stichwortliste solltest Du dennoch einmal gründlich durcharbeiten: Sie reichen von Prozentrechnung, Bruchgleichungen und Exponentialfunktionen über einfache Geometrie bis zu funktionalen Zusammenhängen.

Wichtig zu wissen: Im BMS gibt es keinen Taschenrechner. Du musst also Kopfrechnen und Überschlagsrechnungen beherrschen. Auch hier gilt: kaum eine Minute pro Frage – je automatisierter Du die Standardverfahren beherrschst, desto besser. Wer sich beim Vereinfachen von Termen, beim Lösen von Gleichungen oder bei der Prozentrechnung erst lange besinnen muss oder sich bei einfachen Rechnungen vertut, verliert wertvolle Zeit. Sauberes Arbeiten, vor allem aber Geschwindigkeit sind hier entscheidend. Übe deshalb bewusst ohne Hilfsmittel.

So bereitest Du Dich vor

Der große Vorteil des BMS gegenüber den kognitiven Testteilen: Der Stoff ist klar umrissen. Grundlage ist ein offizieller Stoffkatalog, der Fach für Fach festlegt, welche Themen prüfungsrelevant sind. Das macht die Vorbereitung planbar. Bewährt hat sich dieses Vorgehen:

  1. Stoffkatalog als Landkarte nutzen. Arbeite ihn systematisch von oben nach unten ab und hake jedes Thema ab, sobald es sitzt. So entsteht keine Lücke.
  2. Nach Gewicht priorisieren. Investiere die meiste Zeit in Biologie und Chemie, ohne Physik und Mathe schleifen zu lassen.
  3. Aktiv statt passiv lernen. Karteikarten für Fakten, gerechnete Aufgaben für Chemie, Physik und Mathe – reines Durchlesen bringt zu wenig.
  4. Regelmäßig testen. Simuliere Prüfungsbedingungen (ohne Taschenrechner, unter Zeitdruck), um Wissenslücken früh zu finden.
FachSchwerpunkte
BiologieZellbiologie, Genetik, Stoffwechsel, Humanbiologie, Mikrobiologie, Ökologie & Evolution
ChemieAtombau & Periodensystem, Bindungen, Stöchiometrie, Säuren/Basen, Redox, organische Chemie
PhysikMechanik, Elektrizität, Optik, Wärmelehre, Wellen, Atom- & Kernphysik
MathematikProzent- & Zinsrechnung, Gleichungen & Funktionen, Geometrie, Trigonometrie, Wahrscheinlichkeit

Fazit: Solide Grundlagen entscheiden

Weil der BMS 40 % Deines MedAT-Ergebnisses ausmacht und sich sein Stoff klar eingrenzen lässt, ist er der Testteil mit dem besten Verhältnis von Lernaufwand zu Punkten. Wer die Naturwissenschaften systematisch aufbaut, verschafft sich einen echten Vorsprung – auch dann, wenn Bio, Chemie oder Physik in der Schule länger her sind.

Genau hier setzt unser Vorsemester an: Es baut die naturwissenschaftlichen Grundlagen in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik von Grund auf mit Dir auf – modular und im Tempo, das zu Deinem Ausgangsniveau passt. In Kombination mit unserer MedAT-Vorbereitung trainierst Du anschließend gezielt die BMS-Aufgaben. Wenn Du direkt starten möchtest, sicherst Du Dir hier Deinen Kursplatz. Weitere Ratgeber rund um Aufnahmetest und Studienstart findest Du in unserem Ratgeber-Bereich.


Stand: Juli 2026. Die verbindlichen Angaben zu Aufbau, Gewichtung und Stoffumfang des MedAT veröffentlicht das offizielle Portal medizinstudieren.at. Prüfe dort vor Deiner Anmeldung stets die aktuellen Details, da sich einzelne Punkte von Jahr zu Jahr ändern können.