Du willst Human- oder Zahnmedizin an einer staatlichen Universität in Österreich studieren? Dann führt kein Weg am MedAT vorbei. Der Medizin-Aufnahmetest entscheidet an allen vier staatlichen Standorten darüber, wer einen der begehrten Studienplätze bekommt – und zwar ganz ohne Numerus clausus. In diesem Artikel erklären wir Dir, was der MedAT genau ist, wie er abläuft und warum ein Studium in Österreich für viele deutsche Abiturientinnen und Abiturienten so attraktiv ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Der MedAT ist der verpflichtende Aufnahmetest für Human- und Zahnmedizin an den staatlichen Unis in Wien, Graz, Innsbruck und Linz.
- Es gibt keinen NC – für die Zulassung zählt einzig und allein Dein Testergebnis, nicht Deine Abiturnote.
- Der Test findet einmal jährlich Anfang Juli statt. 2026 war der Testtermin am 3. Juli.
- Du bewirbst Dich immer nur an einem einzigen Standort pro Jahr.
- Die Teilnahme kostet einen Kostenbeitrag von 110 Euro.
- Der MedAT ist unbegrenzt wiederholbar – wer beim ersten Anlauf keinen Platz bekommt, kann es im Folgejahr erneut versuchen.
Für welche Studiengänge gilt der MedAT?
Der MedAT ist der gemeinsame Aufnahmetest für das Studium der Humanmedizin und der Zahnmedizin an den öffentlichen medizinischen Universitäten Österreichs. Dazu zählen die Medizinische Universität Wien, die Medizinische Universität Graz, die Medizinische Universität Innsbruck sowie die Medizinische Fakultät der JKU Linz. Insgesamt stehen dort rund 1.950 Studienplätze jährlich zur Verfügung.
Es gibt zwei Varianten des Tests: den MedAT-H für die Humanmedizin und den MedAT-Z für die Zahnmedizin. Beide sind in weiten Teilen identisch. Der wichtigste Unterschied: Beim MedAT-Z wird zusätzlich Deine manuelle Geschicklichkeit geprüft, weil sie im zahnärztlichen Beruf eine große Rolle spielt.
Kein Numerus clausus – warum das ein Vorteil ist
Der entscheidende Unterschied zum Medizinstudium in Deutschland: In Österreich gibt es keinen Numerus clausus. Deine Abiturnote ist für die Zulassung vollkommen unerheblich. Wer ein starkes Testergebnis erzielt, bekommt einen Platz – unabhängig davon, ob im Zeugnis eine 1,0 oder eine 2,5 steht.
Genau das macht Österreich für viele deutsche Studieninteressierte so attraktiv: Statt jahrelang auf einen NC-Platz zu warten oder auf Wartesemester zu setzen, hast Du die Möglichkeit, Deine Eignung an einem einzigen Testtag unter Beweis zu stellen. Deine Vorbereitung liegt damit vollständig in Deiner Hand.
Ein weiterer Pluspunkt: Für deutsche Bewerberinnen und Bewerber sind an den österreichischen Unis feste Quoten reserviert. Ein bestimmter Anteil der Studienplätze geht an Personen mit nicht-österreichischem Schulabschluss aus der EU – Deine Chancen hängen also nicht davon ab, mit einheimischen Spitzenkandidaten um jeden einzelnen Platz zu konkurrieren.
Wie läuft der MedAT ab?
Der MedAT ist ein schriftlicher Multiple-Choice-Test, der einen ganzen Tag dauert. Er besteht aus mehreren Aufgabengruppen, die unterschiedliche Fähigkeiten prüfen:
| Testteil | Was wird geprüft? |
|---|---|
| Basiskenntnistest (BMS) | Schulwissen in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik |
| Textverständnis | Erfassen und Verarbeiten wissenschaftlicher Texte |
| Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten | Zahlenfolgen, Figuren, Merkfähigkeit, Wortflüssigkeit |
| Sozial-emotionale Kompetenzen | Einschätzen sozialer Situationen und Emotionen |
Beim MedAT-Z entfallen einzelne Teile zugunsten eines Tests zur manuellen Fertigkeit. Der Basiskenntnistest hat besonderes Gewicht: Hier zahlt sich eine gründliche fachliche Vorbereitung am deutlichsten aus. Eine ausführliche Erklärung aller Testteile und ihrer Gewichtung findest Du auf unserer MedAT-Übersichtsseite.
Anmeldung, Termin und Kosten
Der MedAT findet einmal jährlich Anfang Juli an allen Standorten gleichzeitig statt. 2026 war der Testtag der 3. Juli. Die Anmeldung läuft über das offizielle Online-Portal und ist zeitlich klar begrenzt – 2026 war das Anmeldefenster im März. Wer die Frist verpasst, kann in diesem Jahr nicht mehr teilnehmen.
Bei der Anmeldung legst Du Dich auf genau einen Standort fest. Eine gleichzeitige Bewerbung an mehreren Unis ist nicht möglich. Die Wahl des Standorts solltest Du also gut überlegen, denn Dein Ergebnis wird nur dort gewertet. Zur Teilnahme gehört außerdem ein Kostenbeitrag von 110 Euro, der fristgerecht überwiesen werden muss.
Und falls es beim ersten Mal nicht klappt: Der MedAT ist unbegrenzt wiederholbar. Viele erfolgreiche Studierende haben erst im zweiten oder dritten Anlauf einen Platz bekommen. Jeder Versuch startet dabei bei null – frühere Ergebnisse werden nicht angerechnet, wirken sich aber auch nicht negativ aus.
Wie bereitest Du Dich am besten vor?
Weil beim MedAT allein das Testergebnis zählt, ist eine strukturierte Vorbereitung der wichtigste Hebel für Deinen Erfolg. Der Basiskenntnistest setzt solides naturwissenschaftliches Grundwissen voraus, die kognitiven Testteile lassen sich durch gezieltes Üben deutlich verbessern, und für die zeitkritischen Aufgaben brauchst Du erprobte Strategien. Wer den Aufbau des Tests kennt und die Aufgabentypen im Vorfeld trainiert, geht mit einem klaren Vorteil in den Testtag.
Genau hier setzen wir an: In unserem MedAT-Kurs trainierst Du alle Testteile mit echten Aufgabenformaten und lernst, Deine Zeit im Test optimal einzuteilen. Wenn Dir naturwissenschaftliche Grundlagen fehlen oder Du besonders viel Vorlaufzeit hast, bildet unser Vorsemester das passende Fundament. Weitere vertiefende Artikel rund um Test, Standorte und Bewerbung findest Du in unserem Ratgeber – und wenn Du direkt starten möchtest, sicherst Du Dir hier Deinen Kursplatz.
Stand: Juli 2026. Die verbindlichen Angaben zu Terminen, Fristen, Kosten und Testaufbau veröffentlicht das offizielle Portal medizinstudieren.at. Termine und Rahmenbedingungen für kommende Jahrgänge sind vorläufig und werden erst mit der offiziellen Ausschreibung endgültig – wir aktualisieren diesen Artikel entsprechend.