Der MedAT ist der Aufnahmetest für das Human- und Zahnmedizinstudium in Österreich – und auf den ersten Blick wirkt er wie ein Wust aus Abkürzungen. BMS, TV, KFF, SEK: Wer sich zum ersten Mal damit beschäftigt, verliert schnell den Überblick. Dabei ist der Aufbau logisch und überschaubar, sobald man ihn einmal sauber sortiert hat. In diesem Artikel zeigen wir Dir, aus welchen Testteilen der MedAT besteht, welche Untertests dahinterstecken und wie stark jeder Bereich in Deine Endwertung eingeht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der MedAT-H (Humanmedizin) besteht aus vier Testteilen: Basiskenntnistest (BMS), Textverständnis, Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF) und Sozial-emotionale Kompetenzen (SEK).
  • Gewichtung MedAT-H: BMS 40 %, KFF 40 %, Textverständnis 10 %, SEK 10 %.
  • Der MedAT-Z (Zahnmedizin) verzichtet auf Textverständnis und den Untertest Implikationen erkennen und ergänzt dafür den Testteil Manuelle Fertigkeiten.
  • Der gesamte Test läuft an einem Testtag ab – über mehrere Stunden mit Instruktionsphasen und Pausen.

Basiskenntnistest für Medizinische Studien (BMS)

Der BMS prüft naturwissenschaftliches Grundlagenwissen im Multiple-Choice-Format und ist mit 40 % einer der beiden schwersten Brocken. Er deckt vier Fächer ab:

  • Biologie – der umfangreichste Block, von Zellbiologie über Genetik bis zur Humanbiologie.
  • Chemie – allgemeine, anorganische und organische Chemie auf Maturaniveau.
  • Physik – Mechanik, Elektrizität, Optik und weitere Grundlagen.
  • Mathematik – der kleinste Block, mit Rechen- und Grundlagenaufgaben.

Der BMS ist der Teil, den Du am direktesten durch Lernen beeinflussen kannst. Wer den offiziellen Stoffkatalog systematisch durcharbeitet, holt hier zuverlässig Punkte.

Textverständnis (TV)

Beim Textverständnis liest Du längere Sachtexte und beantwortest anschließend Multiple-Choice-Fragen dazu. Getestet wird, wie schnell und genau Du Informationen aus einem Text entnehmen und richtig einordnen kannst – eine Kompetenz, die im Studium täglich gebraucht wird. Vorwissen brauchst Du dafür nicht; entscheidend sind Konzentration und ein gutes Zeitmanagement. Der Testteil geht mit 10 % in die Wertung ein. Wichtig: Beim MedAT-Z entfällt das Textverständnis komplett.

Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF)

Der KFF ist mit 40 % genauso stark gewichtet wie der BMS und misst grundlegende Denk- und Merkleistungen. Er besteht aus fünf Untertests:

  • Figuren zusammensetzen – Du entscheidest, wie zerteilte geometrische Formen zusammengehören. Trainiert wird räumliches Vorstellungsvermögen.
  • Gedächtnis und Merkfähigkeit – In einer Lernphase prägst Du Dir Inhalte (z. B. Allergieausweise) ein und rufst sie später in einer Abfragephase ab.
  • Zahlenfolgen – Du erkennst die Logik hinter einer Zahlenreihe und setzt sie korrekt fort. Hier zählt schnelles, systematisches Rechnen.
  • Wortflüssigkeit – Aus durcheinandergewürfelten Buchstaben identifizierst Du das gesuchte Wort. Getestet wird der Zugriff auf den eigenen Wortschatz.
  • Implikationen erkennen – Du prüfst logische Schlussfolgerungen auf ihre Gültigkeit. Dieser Untertest entfällt beim MedAT-Z.

Der KFF ist gut trainierbar: Weil die Aufgabentypen festgelegt sind, kannst Du Routine und Tempo gezielt aufbauen.

Sozial-emotionale Kompetenzen (SEK)

Der SEK prüft, wie gut Du soziale Situationen und Emotionen einschätzt – Fähigkeiten, die im ärztlichen Alltag entscheidend sind. Er geht mit 10 % in die Wertung ein und umfasst drei Untertests:

  • Emotionen regulieren – Du beurteilst, welche Reaktion in einer belastenden Situation am wirksamsten mit einer Emotion umgeht.
  • Emotionen erkennen – Du ordnest beschriebenen Situationen die passenden Gefühlslagen zu.
  • Soziales Entscheiden – Du priorisierst Handlungsoptionen in zwischenmenschlichen Szenarien.

Der Gesamtwert ergibt sich aus dem Durchschnitt der drei Untertests. Vorbereiten lässt sich der SEK vor allem durch das Verstehen der Bewertungslogik.

Manuelle Fertigkeiten (nur MedAT-Z)

Wer sich für Zahnmedizin bewirbt, absolviert statt Textverständnis und Implikationen erkennen den Testteil Manuelle Fertigkeiten – gewichtet mit 20 %. Er prüft die feinmotorische Eignung mit zwei Aufgabengruppen:

  • Drahtbiegen – Du formst mit einer Zange einen Draht möglichst exakt nach Vorlage.
  • Formen spiegeln – Du zeichnest ein vorgegebenes Muster spiegelverkehrt und präzise nach.

Alle Testteile im Überblick

TestteilUntertestsGewichtung (MedAT-H / MedAT-Z)
BMSBiologie, Chemie, Physik, Mathematik40 % / 40 %
TextverständnisSachtexte mit MC-Fragen10 % / –
KFFFiguren zusammensetzen, Gedächtnis & Merkfähigkeit, Zahlenfolgen, Wortflüssigkeit, Implikationen erkennen*40 % / 30 %
SEKEmotionen regulieren, Emotionen erkennen, soziales Entscheiden10 % / 10 %
Manuelle FertigkeitenDrahtbiegen, Formen spiegeln– / 20 %

* Der Untertest Implikationen erkennen entfällt beim MedAT-Z.

Ablauf am Testtag

Der MedAT ist ein Einzeltag-Test: Alle Testteile werden nacheinander an einem einzigen Tag absolviert. Nach dem morgendlichen Einlass und einer Identitätskontrolle folgen die Instruktionsphasen und die einzelnen Testblöcke, unterbrochen von einer längeren Pause zwischen den Abschnitten. Insgesamt bist Du damit einen guten Teil des Tages – von den Morgenstunden bis in den Nachmittag – vor Ort. Weil der Tag lang und konzentrationsintensiv ist, gehören eine solide Tagesplanung und das Üben unter realistischen Zeitbedingungen zur Vorbereitung dazu.

So bereitest Du Dich strukturiert vor

Der große Vorteil des MedAT: Sein Aufbau ist jedes Jahr klar definiert. Wenn Du weißt, welche Untertests auf Dich zukommen und wie sie gewichtet sind, kannst Du Deine Lernzeit gezielt dorthin lenken, wo sie am meisten bringt – vor allem in BMS und KFF. Genau darauf ist unsere MedAT-Vorbereitung ausgerichtet: Du trainierst jeden Testteil mit den Original-Aufgabentypen und baust Routine für den Testtag auf. Einen Überblick über weitere Themen rund um Studium und Aufnahmetest findest Du in unserem Ratgeber. Wenn Du direkt loslegen möchtest, sicherst Du Dir hier Deinen Kursplatz.


Stand: Juli 2026. Die verbindliche Struktur, die genaue Aufgabenzahl und den Ablauf des MedAT veröffentlicht das offizielle Portal medizinstudieren.at. Einzelheiten können sich je Testjahr ändern – wir aktualisieren diesen Artikel entsprechend.